Die Genderdämmerung oder: zurück zum Normalen?

von Eckhard Kuhla

Die Genderdämmerung oder: zurück zum Normalen ?

Der Zusammenprall der Kulturen fand am Silvester in Köln statt. Life und völlig unerwartet. Randalierer „entsprechend Zeugenaussagen mit arabischer oder nordafrikanischer Herkunft“ stoßen auf Frauen ihres Gastlandes mit kaum vorstellbarer Aggressivität und Gewalt. Erinnerungen an den Tahrir Platz werden wach. Dieses massenhafte Auftreten von jungen Männern hatte noch Tage danach eine große Irritation der Politiker und der Medien zur Folge, erkennbar an der zögerlichen und manipulativen Informationspolitik und den unsäglichen Debatten über Herkunft und mögliche Motive der Täter. Äußerst aufschlussreich sind die unterschiedlichen Tätertypen. Es gab in den Medien drei Varianten:

Täteranalysen

Die Variante „Ikone Flüchtling“ schützt die Willkommenskultur als Teil der deutschen  Integrationspolitik.  Die kulturabhängigen Aspekte der Kölner Ausschreitungen werden verdrängt (Broder) mit dem Hinweis: „deutsche Männer machen das auch“. Auf diese Weise hat man dann elegant  die gewohnten Erklärungsmuster zur Hand: das klassische  Täter-Opfer Mantra und wem das nicht reicht, das Patriarchat als globalisierte Erklärung.  So umschifft man die zutage tretenden interkulturellen Probleme, um die Integrationspolitik möglich und sakrosankt erscheinen zulassen.

Die anthropologische Variante vermutet die Ursache in der Sozialisierung der Männer in ihren Herkunftsländern. Sie beinhaltet  Frauenverachtung und Züchtigung bis hin zur Gewalt gegenüber Frauen,  besonders, wenn diese sich aus der Sicht der Männer „schamlos“ in der Öffentlichkeit bewegen. Das ist kein Reinwaschen krimineller Taten, sondern schließt die Forderung nach Einreisebeschränkungen mit ein, um dem vermehrten Auftreten weiterer interkultureller Probleme Einhalt zu gebieten.
Der Vollständigkeit halber sei noch die statistische Variante erwähnt, die emotionslos die Kölner Ereignisse auf vermehrte Auftreten nordafrikanischer Banden zurückführt – auf Grund offener Grenzen.

Frauenpräsenz

Es  bleibt Fakt: Wir bewegen uns hier  in einem kulturellen Umfeld, in dem die meisten Flüchtlinge, Frauen nicht weniger als Männer, vor die überwältigende Aufgabe gestellt sind, ihre  Weiblichkeits – und Männlichkeitsweisen aus Stammeskulturen in unsere Gesellschaft so zu verändern, dass sie daran nicht zerbrechen und das Land ihrer Wahl nicht beschädigt wird. Eine Anforderung, die bisher von den Gleichstellungsbüros nicht einmal wahrgenommen wird, weil sie andere Rollenentwürfe  als Ausdruck von  Diskriminierung der Frauen und männlicher Boshaftigkeit begreifen.
Die Präsenz von Frauen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft würde für den durchschnittlichen Migranten einen längerfristigen Anpassungsprozess bedeuten. Der setzt zudem noch eine gewisse Bereitschaft voraus, sich auf die Kultur des Gastgeberlandes ein zu stellen, das heißt konkret die  Aussage „Mann und Frau sind gleichberechtigt“ (Art  3, GG) an zu erkennen und…danach zu handeln!
Bisherige Erfahrungen in deutschen Problemquartieren stimmen nicht unbedingt hoffnungsfroh. Schon häufig war in den Medien die Einstellung von Migranteneltern und -kindern gegenüber Lehrerinnen ein Thema. Immer wieder war man verwundert über mangelnden Respekt und die geringe Wertschätzung der Eltern. Ihre  mitgebrachte Geschichte autoritärer und totalitärer Herrschaftserfahrung läßt Gewaltenteilung in einer Demokratie als Ausdruck von Schwäche  der Herrschenden erscheinen.  Gesetze zu übertreten und die Polizei als harmlos zu verachten, kann dann daraus leicht entstehen.

Gender am Scheideweg ?

Nicht vermittelbar sind den Flüchtlingen beispielsweise folgende Genderthemen:

  • Neue Väter- und Mutterrollen als Ersatz „stereotyper Rollenbilder“
  • Die Frauenquote in der öffentlichen Verwaltung und bei der Polizei
  • Deutschunterricht in der Gendersprache
  • Die frühe Sexualisierung von Kindern in KiTas und Grundschulen
  • Staatliche Betreuung von Kindern

Wohlgemerkt: obige Erfahrungen sind Ableitungen von noch „beherrschbarer“ Einzelfälle. Steigt die Zahl der Einwanderer in kurzen Zeiträumen weiterhin, kann die Lebensgestaltung von gleichberechtigten Männer und Frauen  unter Flüchtlingen sich zu einem Konflikt erheblichen Ausmaßes auswachsen. Dem mit Integrationsvereinbarungen beizukommen, zeugt von bemühtem Willen aber großer Unkenntnis von den Schwierigkeiten und dem Tiefegrad, mit dem Integration in die subtilen Bereiche des alltäglichen Lebens eingreift und diese verändert. Die Anforderungen aus dem Arbeitsmarkt dürften dagegen eher harmlos sein.
Was überhaupt verwundert, ist die schon lang andauernde Sprachlosigkeit von Genderisten und Feministen. Wo bleibt – jenseits des  Aufschreis über massenhafte sexuelle Übergriffe – das Verständnis für die Ursachen dieser Vorgänge? Die immer wiederholten Platitüden, wie beispielsweise vom kulturabhängigen Patriarchat oder „alle Männer sind Vergewaltiger“ sind in ihrer Ideologie nicht sonderlich hilfreich, statt dessen wird die Unfähigkeit der Polizei, Frauen zu schützen, thematisiert. Das Schweigen der Genderisten könnte auch bedeuten: Weitermachen wie bisher geht nicht. Gender steht am Scheideweg oder am Ende der selbstverschuldeten Sackgasse…

Völkerwanderung, Invasion, Abwehr

Dreierlei zeigen diese Entwicklungen und Trends:
Erstens: Die in den letzten Jahrzehnten erreichte Emanzipation der Frau wird – gepaart mit der Verhaltensmanipulation durch Poltischen Correctness – weder männlichen noch weiblichen Flüchtlingen vermittelbar sein. Zumal Politische Correctness  nach Ansicht von Soziologen ein Produkt unserer Wohlstandsgesellschaft ist und damit zunächst auf Einwanderer nicht übertragbar ist. Die dazu notwendige Bereitschaft, sich zu integrieren,  gepaart mit einer Verständnisbereitschaft bei den Einwanderern, ist wohl auf absehbare Zeit nicht gegeben, auch bedingt durch die erheblichen Sprachbarrieren.
Zweitens: Die Einwanderer werden zunehmend mit ihrem Abwehrverhalten und durch Bestehen auf mitgebrachten Wertvorstellungen unserer Gesellschaft den  Spiegel vorhalten. Darauf werden Gleichstellungsbeauftragtinnen keine Antworten parat haben.
Drittens: Die weitere unkontrollierte islamische „Invasion“ bahnt sich ihren Weg nicht mehr, wie die erste mit „Feuer und Schwert“, sondern auf dem Weg einer unreflektierten „Willkommenskultur“. Jenseits der Religion scheint zumindest innerhalb der Generation der jungen Flüchtlinge eine latente Mentalität vorzuherrschen, tendenziell  den unverhüllten weiblichen Körper mit mangelnder Triebbeherrschung der Männer gleich zu setzen. „Köln“ lieferte dazu Anschauliches.

Genderdämmerung

Und die Gender- Theoretiker? Theorien können  durch Skandale, durch Überziehen ihrer Aktionen, oder durch Fremdeinwirkung ihre Strahlkraft einbüßen. Die gegenwärtige Masseneinwanderung ist eine solche Fremdeinwirkung.  Sie könnte zu einer „Gender-Dämmerung“ führen. Gender erleichtert nicht die Integration, sondern erschwert sie. Flüchtlinge bringen den Integrationsforderungen  weniger Duldsamkeit auf als die hier üblich gewordene Nichtbeachtung.
Wahrscheinlich ist eher, dass angesichts der wachsenden kulturellen Herausforderungen, das Besinnen auf eigene Werte, auf das „Normale“ auch in unserer Gesellschaft neuerlich an Bedeutung gewinnt.

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