Google: Vielfalt zensiert Vielfalt

von Tom Todd (2. Vors. Agens e.V.)

Vor wenigen Wochen ist der Softwareingenieur James Damore von Google gefeuert worden, weil er ein 10-seitiges Memorandum unter dem Titel „Die ideologische Echokammer bei Google“ veröffentlicht hatte, in dem er die Vielfaltspolitik des Unternehmens grundlegend kritisiert. Die Kündigung erfolgte, nachdem andere Skeptiker im Unternehmen wohl dafür gesorgt haben, dass das zunächst nur in Google-internen Foren bekannte Memorandum publik und im Internet verteilt wurde.

In dem Memorandum, das wir hier im Original dokumentieren,  kritisiert Damore sowohl die Grundsätze der unternehmensweiten Vielfaltspolitik, die jeden begründbaren Unterschied zwischen den Geschlechtern ignoriert, als auch eine Kultur, die abweichende Meinung durch Beschämung zum Schweigen bringen will.

Damore: „…wenn es um Vielfalt (diversity, anm. d. Übers.) geht, hat Googles linke Einseitigkeit eine politisch korrekte Monokultur geschaffen, die sich dadurch am Leben erhält, dass sie Abweichler durch Beschämung zum Schweigen bringt.“ (Übersetzung von „ruhrbarone.de“, mit Korrekturen hier unsererseits).

Seine Befürchtungen scheinen berechtigt zu sein, denn Eric Schmidt, Vorstandsvorsitzender  von Alphabet (Mutterunternehmen von Google), begründet die Kündigung von Damore u.a. mit dem Satz: „Die Firma wurde auf der Basis der Prinzipien Meinungsfreiheit, Vielfalt, Inklusivität und wissenschaftsbasiertes Denken gegründet“.

In einem von Damore selbst herbei gewünschten Interview mit Prof. Jordan Peterson auf YouTube erklärte Damore, als Grund seiner Kündigung wurde angegeben, er betreibe „die Aufrechterhaltung  von Genderstereotypen“.

Persönlichkeitsunterschiede

Als „mögliche Ursachen“ für den gender gap in technologischen Berufen führt Damore Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf, von denen er sagt: „Viele dieser Unterschiede sind klein und es gibt starke Überschneidungen zwischen Männern und Frauen, also lässt sich über ein Individuum nichts sagen auf der Basis dieser Verteilung in der Bevölkerung als ganzer“.

Damore zählt einige Persönlichkeitsunterschiede auf, die sich im Durchschnitt manifestieren:

  • Frauen zeigen sich offener gegenüber Gefühlen und Ästhetik und interessieren sich mehr für Leute als für Dinge
  • Extraversion wird bei Frauen ausgedrückt als Geselligkeit und weniger als Durchsetzungsstärke
  • Frauen sind im Schnitt neurotischer (mehr Angst, weniger Stresstoleranz)
  • Männer haben einen größeren Antrieb, Status zu erlangen

Diese Unterschiede sind „…nicht sozial konstruiert, weil:

– sie in allen menschlichen Kulturen vorkommen,

– sie oft klare biologische Ursachen haben und auf den Einfluss von Testosteron vor der Geburt zurück gehen,

– biologische Männer, die kastriert und als Frauen aufgezogen werden, sich immer noch als Mann sehen und so verhalten,

– die zugrunde liegenden Eigenschaften hoch erblich sind,

– sie genau den Vorhersagen der Evolutionspsychologie entsprechen.“

Als Beleg für seine These führt Damore einige glaubhafte wissenschaftliche Quellen an.

Beispielsweise erklärt Damore: „Frauen suchen durchschnittlich mehr Work-Life-Balance während Männer mehr nach Status suchen.“

Die vielleicht wichtigste Feststellung, die einige Wissenschaftler schon in Skandinavien als Beweis des gescheiterten Postmodernismus sehen, lautet: „die Forschung deutet darauf hin, dass ‚eine stärkere nationale Geschlechtergerechtigkeit zu psychologischer Verschiedenheit von Männern und Frauen führt‘“. Der Grund dafür ist, dass „‘während die Gesellschaft wohlhabender und egalitärer wird, haben dispositionelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen mehr Raum sich zu entwickeln und die Lücke zwischen den Persönlichkeiten von Männern und Frauen wird größer‘. Wir müssen die Annahme fallenlassen, Geschlechterunterschiede sind auf Sexismus zurückzuführen.“

Gleichheit durch Diskriminierung

Um eine gleiche Verteilung von Geschlechtern und Ethnien zu erreichen, habe Google „diskriminierende Praktiken“ eingeführt:

– Programme, Mentoring und Kurse nur für Leute mit einem bestimmten Geschlecht oder Ethnizität

– Hohe Priorität für Sonderbehandlungen von „VIelfalts-“Kandidaten

– Einstellungspraktiken, die die Messlatte für “Vielfalts”-Kandidaten senken, indem sie die Rate falsch-negativer Entscheidungen senken

– Die Einstellung einer Menge Leute, die nicht „vielfältig“ genug sind, überdenken, aber umgekehrt nicht so genau prüfen (klarer confirmation bias)

– Organisationsweite OKRs (Objectives and Key Results) für verstärkte Gleichverteilung setzen, was Anreize für illegale Diskriminierung schaffen kann

– Diese Praktiken basieren auf falschen Annahmen, die unsere Einseitigkeit verursacht und sie können tatsächlich zu verstärkter Spannung in Sachen Ethnie und Geschlecht führen. Die obere Führungsebene sagt uns, dass das moralisch und ökonomisch richtig ist, aber ohne Evidenz, die nicht nur bloße verschleierte linke Ideologie ist,  die Google irreparabel beschädigen kann.

Damore sieht darin ein klares Motiv:

„Fast jeder Unterschied zwischen Männern und Frauen wird als Form der Unterdrückung von Frauen interpretiert. Wie viele Dinge im Leben sind aber Geschlechtsunterschiede ein Fall von „das Gras ist grüner auf der anderen Seite“; unglücklicherweise wird viel Geld vom Steuerzahler und von Google dafür ausgegeben, das Gras auf der anderen Seite zu bewässern.“

Zum Schluss macht er einige Vorschläge und plädiert für: eine Offenheit gegenüber einer wissenschaftlichen Betrachtung menschlicher Natur, eine Entmoralisierung von DIverstität, eine offene Diskussion über Kosten und Vorteile der Vielfaltsprogramme, eine Abschaffung der Pflicht zu Training gegen unbewusste Vorurteile in Beförderungskomitees, uvm.

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Kommentare von Wissenschaftlern:

Deutsch

G. Amendt – Biologie und rituelle Empörung: Die Zukunft der Geschlechterbeziehungen (NZZ)
Marc Felix Serrao – Diversity produziert eine angstbesetzte intellektuelle Einfalt (NZZ)

Englisch
Unterstützend: http://quillette.com/2017/08/07/google-memo-four-scientists-respond/
Kritisierend: https://www.linkedin.com/pulse/differences-between-men-women-vastly-exaggerated-adam-grant

Literatur:

Im Text zum Interview von Jordan Peterson auf YouTube gibt dieser außerdem viele Quellen an.

 

 

 

 

 

 

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