Lexikon

Probleme mit dem Lesen und Verstehen ideologisch verbrämter, geschlechterpolitischer Texte? Hier die luftig-lockeren „Leseangebote“ zweier Experten, Gerd Habermann[1] und Günter Buchholz[2].mit den jeweiligen Initialien GH und GB. Beiträge von Eckhard Kuhla[3] tragen die Initialen EK.

Behandelt werden folgende Begriffe: Alleinerziehende, Antidiskriminierung, Chancengleichheit, Feminismus, Frauenpolitik, Frauenquoten, frühsexualisierung, Gender, Gender Mainstreaming, Gendersprache, Gender Studies, Gleichberechtigung, Gleichstellung, Gleichwertigkeit, Gutmenschen, Kinder, Kinderbetreuung, Menschenwürde, Politische Korrektheit, Populismus, Primat der Politik, Sexualität, Sexuelle Orientierung/Identität, Staat, Wahlfreiheit

Alleinerziehende (GH)

Dies sind derzeit etwa 1,5 Mio. Personen, meistens Mütter, wovon 40 % von Sozialhilfe (Hartz IV) leben, zusammen mit ihren etwa 1 Mio. Kindern. Von Sozialpolitikern besonders umhegte Mitleids- und Opfergruppe, für die jetzt eine besondere „Kindergrundsicherung“ gefordert wird, ein Ausschnitt aus der sozialen Pathologie, vor allem der Familienauflösung, die von der Politik durch Subsidien und eine Art Opferkult gefördert wird. Diese Alleinerziehenden sind in der Tat häufig „Opfer“, nämlich der Abwertung von Ehe und Familie und des Scheidungsrechts und der staatlichen Subventionierung dieses Status.

(Formulierungsvorschlag von AGENS: Statt Alleinerziehende:Getrennterziehende“)

Antidiskriminierung (GH)

In jüngster Zeit, durch die sogenannte Antidiskriminierungsgesetzgebung, stark missbrauchter Begriff für das politisch-egalitäre anliegen, die soziale und wirtschaftliche Position angeblich „benachteiligter“ Gruppen durch Eingriffe in die private Entscheidungs- und Vertragsfreiheit zu verbessern. A. ist mit den Grundsätzen einer freien Gesellschaft, vor allem mit dem Grundsatz der Vertrags- und Meinungsfreiheit, nicht zu vereinbaren. Für ihr Ansehen und ihre soziale Geltung sind die jeweiligen Gruppen selbst zuständig. Jeder persönliche Wahlakt enthält eine „Diskriminierung“ der jeweils Ausgeschlossenen. Diskriminiere ich Blondinen, wenn ich brünette bevorzuge, oder BMW gegenüber VW? Der Begriff ist nur sinnvoll im Sinne einer Ungleichbehandlung durch ein allgemeinverbindliches und zwingendes Gesetz: niemand darf durch Gesetz „benachteiligt“, also ungleich behandelt werden. Falsche Antidiskriminierungspolitik hat tatsächlich eine „Diskriminierung“ im rechtsstaatlichen Sinne zur Folge, indem es zu bevorzugten Einstellungen oder Vertragsabschlüssen und zu Verbrüderungszwängen mit bestimmten Gruppen kommt. Dies wirkt sich besonders auf den Arbeitsmarkt und im Mietrecht aus. Das stärkste Mittel der Antidiskriminierungspolitik ist die „affirmative action“ (zu deutsch: positive Diskriminierung), z.B. durch eine Quotenregelung oder ein Bonussystem zugunsten angeblich benachteiligter Gruppen.

Chancengleichheit (GH)

Freiheitsvernichtende Schimäre der Sozialpolitik: in einer freien Gesellschaft kann es nur Rechtgleichheit geben. „Zu verlangen, dass alle, die zu derselben Zeit in einem gegebenen Land leben, von demselben Stand beginnen sollen, ist mit einer sich entwickelnden Zivilisation ebenso wenig vereinbar, wie zu verlangen, dass diese Gleichheit Menschen zugesichert werden sollte, die zu verschiedenen Zeiten oder an verschiedenen Orten leben“. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Regierung die gesamten physischen und sozialen Lebensumstände managen, welche die „Gleichheit“ tangieren. Dieses Ideal ernst zu nehmen und durchzuführen, ist geeignet, einen Albtraum hervorzubringen. Siehe auch „Politische Korrektheit“, und die Kommentare von Günter Buchholz, s.u..

Feminismus (GH)

Eine über die rechtliche Gleichstellung der Frau hinausgehende ideologische Bewegung, die zu einer Art Geschlechterkampf mit Einsatz von Zwangsmitteln zugunsten der als „benachteiligt“ angesehenen Frauen geführt hat (Frauenbeauftragte als Gleichstellungskommissarinnen, Frauenquoten, Antidiskriminierungspolitik usw.). In der besonderen Spielart des „theologischen Feminismus“ wird auch religiös und metaphysisch die Dominanz der männlichen Götter und Werte angegriffen und eine Welt konzipiert, in der das mütterliche Prinzip und die Muttergottheiten das Überlegene und Ursprüngliche sind.

Frauenpolitik (GH)

Für selbstbewusste Frauen demütigender Komplex paternalistischer Staatseingriffe, die Frauen erstens durchgängig und vollständig in die Erwerbsarbeit führen sollen (und damit auch die Einnahmen des Finanzministers steigern), zweitens eine faktische Egalisierung mit männlichen Karrieremustern und Berufsrepräsentation erzwingen wollen. Frauenpolitik gehört in den großen Komplex fragwürdiger „Antidiskriminierung“, zumal wenn sie mit Zwangsquoten, bevorzugter Behandlung bei Bewerbungen, politischer Überwachung durch Kommissare (Frauenbeauftragte) arbeitet. Leider nur wenige Frauenpolitiker oder –politikerinnen sehen ein, dass es nicht der Würde einer Frau entspricht, solchermaßen Objekt paternalistischer Begönnerung zu sein und es als Emanzipation zu feiern, wenn ihr männliche Berufs- und Karrieremuster als das allein selig Machende zugemutet werden.

Frauenquoten (GH)

Von Radikalfeministinnen geforderte absolute Geschlechtergleichheit in Berufswahl und Führungspräsentanz, die sich um die realen Präferenzen, Neigungen und Begabungen wenig schert. Dieser Feminismus will Mann und Frau nach männlichem Muster über einen Leisten schlagen – unter Abwertung speziell weiblicher Arbeit in Erziehung und privater sozialer Dienstleistung, die nicht über den Markt läuft, besonders der Mutterfunktion. Die paternalistische Begönnerung der Frau über Zwangsquoten ist für jede selbstbewusste frau eine Beschämung. Besonders „Bündnis 90/Die Grünen“ tun sich mit dieser Programmatik hervor.

Frühsexualisierung (GB)

Es geht bei der Frühsexualisierung, nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, n i c h t nur um Toleranz gegenüber Homosexualität, für die „Vielfalt“ als bagatellisierender Tarnbegriff dient. Und es geht auch nicht nur um A k z e p t a n z, also um eine positiv-unterstützende Wertschätzung von Homosexualität, die gewährt aber nicht eingefordert werden kann. Ja, es geht nicht einmal nur um die „Normalisierung der Homosexualität“, durch die diese quasi unterschiedslos und ´gleich´ neben der Heterosexualität stünde.
Sondern es geht darüber noch hinaus um die Durchsetzung der Homosexualität als Neue Normalsexualität, die die „Zwangsheterosexualität“ ersetzen soll. Denn: wäre diese Sicht falsch, dann hätte der Begriff der „Zwangsheterosexualität“, der besonders oder ausschließlich von Lesben gebraucht wird, gar keinen Sinn. Begrifflich enthält „Zwangsheterosexualität“ nämlich bereits die moralische Aufforderung, den angeblichen „Zwang“ zur Heterosexualität aufzuheben, was dann aus lesbischer Perspektive als „Emanzipation“ erscheinen muss, so dass auch dieser Begriff eine ganz neue Bedeutung erlangt. ´Toleranz´ und ´Akzeptanz´ und ´Vielfalt´ sind bloße Tarnbegriffe für das Ziel der Neuen Normalsexualität. Und die umstrittenen sexualpädagogischen Curricula, die jetzt der Absicht nach von den Grünen und der SPD eingeführt werden, sind, was selbstverständlich nicht offen zugegeben wird, als entscheidende Weichenstellung hin zur Neuen Normalsexualität gedacht und gemeint. Denn: wäre es nicht so, dann brauchte man lediglich im Rahmen der bisher üblichen Sexualaufklärung das Thema Homosexualität in angemessenem Umfang mit abzuhandeln, und zwar mit dem unstrittigen Ziel der wechselseitigen Toleranz. Das wäre berechtigt, und es würde völlig genügen. Alles was darüber hinaus beabsichtigt ist und geplant wird, dient dem Ziel der Neuen Normalsexualität.
Wenn aber Heterosexualität ein Ergebnis evolutionsbiologischer Prozesse und für die Fortpflanzung notwendig ist, was eben tatsächlich genau so ist, dann ist eine solche Sichtweise schlicht falsch, also null und nichtig, Auszug aus hier…

Gender (GH)

Systematische Egalisierungspolitik zugunsten der „Chancengleichheit der Frauen“, offiziell auf europäischer Ebene zuerst 1997 im Amsterdamer Vertrag verankert. Es ist dies eine Art „Politik mit der Brechstange“, die sich in Instrumenten wie Frauenkommissarinnen, Frauenquote, Frauenbonus usw. äußert. Zentrales Mittel sind dabei die Antidiskriminierungsgesetze und –richtlinien (). Praktisch läuft dies auf eine Privilegierung der Frauen hinaus, sie sich „gleicher“ als die konkurrierenden Männer. Eine Gleichschaltungspolitik dieser Art, die politischen Zwang einsetzt, ist mit den Idealen einer freien Gesellschaft nicht vereinbar. Faktisch kommt es zu einer Art neuen „Ständegesellschaft“, besonders wenn auch andere Gruppen wie etwa Behinderte, Ausländer, „sexuell Abweichende“ dieses „Mainstreaming“ erfahren.

Gender (GB)

Der Gender-Begriff ist vollständig überflüssig, wenn es darum geht, über Männer, Frauen, über Jungen und Mädchen sowie über Familien und über Sexualität und Fortpflanzung zu reden. Er wird ausschließlich deswegen benötigt und eingeführt, um das homoerotische Verhalten als gleichartig und gleichrangig mit dem eigentlichen sexuellen Verhalten erscheinen zu lassen. Das ist nicht möglich ohne letzteres in seiner Besonderheit zu leugnen und zugleich zu entwerten.
Ginge es bei Gender Mainstreaming (s.u.) nur um das biologische und soziokulturelle Verhältnis der beiden Geschlechter, dann wäre der Gender-Begriff unnötig gewesen. Denn dass das jeweilige biologische Geschlecht soziokulturell immer schon mit unterschiedlichen sozialen Rollen verknüpft war, die selbstverständlich historisch immer weiter entwickelt und verändert worden sind, das ist eine Trivialität.
“Gender” macht daher als Begriff nur dann Sinn, wenn der verschwiegene Bezug auf die Homoerotik berücksichtigt wird, und dieser Bezug ist in “Gender Mainstreaming” enthalten, und das war so auch intendiert. Die Vorgeschichte und die Geschichte der Weltfrauenkonferenz von Beijing (1995) zeigt genau das. Man sagt “Gender” und meint “Homoerotik”, die auf diese Art und Weise neutral angesprochen und zur Geltung gebracht werden kann. Nur das ist die sprachpolitische Funktion des Gender-Begriffs.

Gender Mainstreaming (GB)

Gender Mainstreaming (GM) ist eine Strategie, deren Ziel “Gender Equality” ist. Gender Equality bedeutet aus Perspektive des Grundgesetzes: Gleichberechtigung (Art. 3; sowie ergänzend Art. 33). Gleichberechtigung ist als Ziel unstrittig, und sie besteht, seitdem das GG 1949 in Kraft gesetzt worden ist. In der Weimarer Verfassung war demgegenüber allerdings noch von “gleichen Rechten und Pflichten” die Rede, aber die Gleichverpflichtung ist im GG leider nicht mehr angekommen (Beispiel: Wehrpflichtdienst oder Wehrersatzdienst).
Zur Sprachregelung im Frauenministerium: Unter Ministerin von der Leyen wurde hausintern der Begriff „Gender Mainstreaming“ durch „Gleichstellung“ ersetzt.

Gendersprache (EK)

Die Sprache als Spiel mit Begrifflichkeiten und ihr gezielter Einsatz und Verwendung ist von jeher ein Instrument der politischen Rhetorik und Agitation und bevorzugtes Werkzeug von Ideologien, vor allem derer mit totalitärem Anspruch. Elemente dazu sind u.a. Verfremdungen, Euphemismen, versteckte Botschaften und die geschlechtergerechte Sprache.
Ein beliebtes Instrument von Ideologen ist das Verfremden und auch das „Besetzen“, die Inanspruchnahme“ von gängigen Begriffen der Umgangssprache. So werden beispielsweise Begriffe wie Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Familie, Gleichberechtigung, oder Wahlfreiheit in genderaffinen Texten in ihrer Ideologie verstanden – ohne dass der Normalbürger das wahrnimmt. Unter „Familie“ wird auch z.B. das homosexuelle Paar mit Adoptivkindern verstanden.

Zur Verfremdung gehört auch die vermehrte Verwendung von (pseudo-) wissenschaftlichen Begriffen, möglichst in einer Fremdsprache, wie „Gender Mainstreaming, Gender Diversity, Queerversity”, Inklusion, Konstruktion und Dekonstruktion, etc. Die spezifischen Wortinhalte sind den Insiderinnen bekannt, Außenstehende geben aber nach Lesen von Gendertexten nach ein zwei Sätzen entnervt auf. So kann die Gendergemeinde ungestört weiter im eigenen Sprachraum fabulieren, agitieren und gendergerecht Förderanträge stellen…
Die teilweise Übernahme der Genderszene hat eine Zunahme von Euphemismen, d.h. Schönfärberei, zur Folge. Homosexuelle „Familien“ heißen dann in ihrem Kontext „Regenbogenfamilien“, die verschiedenen sexuellen Orientierungen werden positiv als „sexuelle Vielfalt“ bezeichnet.
Die versteckte Botschaft, oder auch die ”hidden Agenda”, ist für den Normalbürger kaum in ihrem wahren Charakter zu erkennen. Ein Beispiel dafür ist die Aussage: „Jungen und Mädchen können mit den klassischen Rollenbildern nichts mehr anfangen“. Dahinter steckt beispielsweise die schlichte Botschaft: “Junge, Du kannst auch schwul werden“. Eine perfide Botschaft, aber auch ganz im Sinne der sexuellen Vielfalt.
Die Krönung der Agitation mit Sprache stellt die geschlechtergerechte Sprache dar. Sprache prägt unser Denken. Die geschlechtergerechte Sprache soll „Frau“ nicht nur mitdenken, sondern auch mit benennen, wie in „Bürger und Bürgerinnen“, oder kürzer „BürgerInnen“. Aus dieser Grundidee hat sich gleichsam eine Sprachunkultur entwickelt. Sie verstößt grammatikalischen und sprach-ästhetischen Regeln verstößt. Der prinzipielle Fehler liegt darin fälschlicherweise das grammatikalische Geschlecht dem biologischen gleichgestzt wird. Mit sog. „Sprachleitfäden“ – besonders in Verwaltungen und an den Hochschulen – wird zudem diese Kunstsprache völlig undemokratisch „verordnet“. An einigen Hochschulen müssen sogar Studenten bei Nicht-Anwendung der Gendersprache in Prüfungsarbeiten mit Punkteabzug rechnen, siehe auch hier

Gender Studies(GB)

Gender Studies sind aus mehreren Gründen nicht wissenschaftlich. Ein wichtiger Grund besteht in der Nicht-Trennung von Entstehungs-, Begründungs- und Verwendungszusammenhang. Im Einzelnen hier…

Gleichberechtigung (GB)

Gleichberechtigung (Chancengleichheit) ist das genaue Gegenteil von Gleichstellung (nämlich der vorab garantierten Gleichheit im Ergebnis). Daher beziehen sich alle Einfachen Gesetze zu Unrecht auf ein angebliches Gleichstellungsgebot des GG. Ein solches gibt es nicht. Das GG kennt im Art. 3 ausschließlich den Begriff der Gleichberechtigung, d.h. der Chancengleichheit, und es schließt damit den gegenteiligen Begriff der Gleichstellung logisch aus, mit entsprechenden Konsequenzen für die die Gültigkeit der genannten Einfachen Gesetze, vertiefende Analyse hier…

Zusatz (EK): Trotz obiger Ausschlüsse entwickelten sich mit wachsenden feministischen Einflüssen beginnend in den 68er Jahren „Frauenbüros“, „Frauenbeauftragte“ mit dem Endergebnis von rd. 2000 „Gleichstellungsstellen“. Im Verlauf des stetigen Anstiegs der Frauenförderung mutierten diese Büros zu Sachverwaltern der Gleichberechtigten, in der Regel Frauen.

Gleichstellung (EK)

Im englischen Ursprungstext des Maastrichter Vertrages beschreibt „Gender Equality“ die Gleichstellung von Mann und Frau. In der deutschen Übersetzung wurde Gender Equality durch „Gleichstellung“ übersetzt. Das heißt eine ursprüngliche Statusbeschreibung, wie „gender equality“, wurde in den prozessualen Begriff „Gleich-Stellung“ sinnentstellend umgewandelt. Im Nachhinein kann die deutsche Gleichstellungspolitik als ein Verwaltungsakt zur Erreichung der Gleichstellung der Frau angesehen werden – unter Vernachlässigung des Prinzips der Gleichwertigkeit (s.u.). Der Prozess „Gleichstellung“ impliziert zudem eine Bezugsgröße zu der gleichgestellt werden soll und eine Vereinbarung, wann denn das Gleichstellungsziel erreicht worden ist. Darüber mehr hier…

Gleichwertigkeit (GB)

Der Begriff der Gleichberechtigung bezieht sich auf die Gleichwertigkeit der beiden Geschlechter, also der Männer und der Frauen, deren natürliche Ungleichheit rechtlich zu keiner sozialen Ungleichheit werden soll. Ebenso sollen andere Ungleichheiten zwischen Menschen rechtlich nicht zu sozialen Ungleichheiten führen, sondern alle sollen in ihrer Menschenwürde und ihrer Individualität im gesetzlichen Rahmen frei leben können.

Gutmenschen (GH)

Im Unterschied zu guten Menschen, die Gutes tun aufgrund eigenen Gewissens und vor allem aus eigenen Mitteln, bezeichnet der Begriff vor allem politisches Personal, das Gutes mit fremden Mitteln, also auf Kosten beraubter Mitmenschen zu tun sucht und aus diesem dubiosen Treiben seinen Lebensunterhalt bestreitet, namentlich die Sozialkleptokraten. Urbild des Gutmenschen ist Robin Hood, jener muntere Bandit, der die Reichen ausraubte, um mit der Beute seine armen Freunde zu erfreuen. Namentlich unsere Sozialpolitiker sind von einer Art Robin-Hood-Komplex besessen, der sie zur Organisation immer neuer sozialer Wohltaten treibt, deren Kosten dann andere bestreiten müssen. Für die armen sind diese Gutmenschen kein wirklicher Segen, da die Umverteilung auf Dauer alle ärmer macht, auch die, die davon kurzfristig profitieren mögen. Gutmenschen sind auch typische Vertreter der „politischen Korrektheit“ mit ihrem Gleichheitsfanatismus im Interesse der sogenannten „Benachteiligten“, von denen sie kein Mandat haben.

Kinder (GH)

Kinder sind derzeit Hauptobjekt politischer Begönnerung durch alle Parteien im Wettbewerb. Je mehr dies geschieht, desto schlechter wird jedoch die Geburtenrate in Deutschland und anderen Wohlfahrtsstaaten. Es ist die Meinung aufgekommen, dass die Opportunitätskosten (vulgo: der materielle und berufliche Verzicht) für Kinder heutzutage zu hoch sind und für diesen Verzicht der Staat, die Allgemeinheit, finanziell aufzukommen habe: “mein Kind, deine Ausgabe!“ So kommt es zur Sozialisierung der Kinderkosten und zum Aufbau von Familienersatzeinrichtungen bis zur faktischen Auflösung der Familie, ohne dass dies die demografischen Werte verbessern muss. Es geht hier im Kern nicht um materielle Fragen, sondern um grundsätzliche Einstellungen, die im Bereich der Werte liegen.

Kinderbetreuung (GH)

In einer freien Gesellschaft ist dies Vorrecht und wichtigste Aufgabe der Eltern, die selbst entscheiden müssen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren und finanzieren, ob intern oder extern (Tagesmütter, gegenseitige Familienhilfe, Krippen, Kindergärten, Horte, Ganztagsschulen). Ein familienfeindlicher Wohlstandsstaat sucht jedoch zunehmend, diese Aufgabe an sich zu ziehen, vorwiegend aus egalitären Gründen. So wird in Deutschland derzeit nach dem Vorbild Schwedens und der früheren DDR ein weitgehend steuer- (also zwangs-)finanziertes staatliches Familienersatzsystem hochgezogen (mit Rechtsanspruch). Die Kinder werden nicht gefragt, ob sie diese Kasernierung möchten. Traditionelle Familienbetreuung wird dagegen propagandistisch abgewertet, auch mit dem Argument nicht ausreichender Erziehungskompetenz der Eltern. Eine private Gegenbewegung ist das „Familiennetzwerk“.

Menschenwürde (GH)

Unter „Menschenwürde“ verstanden die klassischen Liberalen bis zu Ludwig Erhard und Friedrich August von Hayek: Freiheit und Unabhängigkeit von der Willkür anderer, gesichert durch Eigentumsrechte an der eigenen Arbeit und deren Ertrag und den Vorrang der Eigenbemühung. Die Sozialpolitiker definierten dies um: für die Menschenwürde ist der Staat zuständig, sie besteht vor allen Dingen in einer guten Versorgung und existenziellen Problemlosigkeit, der „Freiheit von Not“. Das Bestehen von Problemen aus eigener Kraft wird als „menschenunwürdig“ angesehen. Dagegen muss es heißen: das Leben auf Kosten anderer ist „menschenunwürdig“, keine Geschenke vom Staat! (Ausnahmen: jene, die physisch und geistig unfähig sind, sich selbst zu helfen).

Politische Korrektheit (GH)

Egalitarier suchen mehr und mehr mit politischen Zwangsmitteln, auch mit Methoden offizieller Sprachreinigung, als abwertend angesehene Bezeichnung von Menschengruppen zu verbannen und ihre sogenannte „Gleichstellung“ z.B. bei Vertragsabschlüssen zu erzwingen. So sehr es eine moralische Aufgabe ist, beleidigende und herabwürdigende Behandlung von Menschen zu bekämpfen, ist andererseits klar, dass Staatszwang hier deplatziert ist und nur zur illegitimen Einschränkung von Freiheit führt.

Populismus (GH)

Alle Politiker in unserer Wettbewerbsdemokratie wollen „populär“ sein. Gelingt dies einem Politiker mehr als einem anderen, wird er sogleich als „Populist“ beschimpft. Damit gehört dieser abwertende Ausdruck in das Vokabular der Neidökonomie, obwohl er seine Berechtigung hätte, wenn damit eine nicht sachbezogene, opportunistische, auf den Moment abzielende Politik der Massenverführung gemeint ist.

Primat der Politik (GH)

Vertretbar ist die Behauptung vom „Primat der Politik“ in dem Sinn, dass der Staat die Rahmenregeln für die Märkte und die Zivilgesellschaft vorgeben muss. Problematisch wird es erst, wenn damit ausgedrückt sein soll, dass es der Politik zugestanden wird, sich beliebig über Märkte hinwegzusetzen, sie zu regulieren, einzuschränken und durch Zölle und ähnliche Handelshemmnisse vom großen Weltmarkt abzusondern. Schließlich verleitet diese Formel dazu, zu meinen, die Politik müsse mehr tun, als den Individuen zu dienen und deren Privatleben und Freiheit zu garantieren.

Sexualität (GB)

Sexualität bedeutet auf der zellulären Ebene die Fusion von Eizelle und Spermium (nach Kutschera), und sie ist damit identisch mit der Fortpflanzung. Zur Sexualität gehört ein entsprechendes erotisches Verhalten, im Tierreich die Balz, bei Menschen die Werbung.
Als Ausnahme von dieser Regel gibt es minoritär homoerotisches Verhalten, das aber biologisch steril bleibt. Um diese Ausnahmen als Verhaltensvariante auf dieselbe Ebene und das heißt als gleichartig und gleichwertig neben die Sexualität zu stellen, wurde der Gender-Begriff eingeführt. Gender differenziert nicht zwischen den zwei biologischen Geschlechtern, sondern verweist auf ein breites Spektrum erotischer Verhaltensvarianten. Damit jedoch gerät die biologische Fortpflanzung völlig aus dem Blick. Auch der an die biologische Fortpflanzung gebundene Familienbegriff wird durch die Gender-Perspektive unscharf und verfälscht.

Sexuelle Orientierung/Identität (EK)

Biologisch, anthropologisch, philosophisch stellen Mann und Frau DAS Paar, DIE Dichotomie der Identitäten seit Menschen Gedenken dar. Abweichungen laufen unter vernachlässigbare Größen.
Ideologien, besonders die Ideologie der Gleichheit, waren in den letzten Jahrzehnten erfolgreich, Abweichungen, also Minoritäten zu einem Politikum mit der Methode der „Vielfalt der sexuellen Identitäten“ zu kreieren und damit beispielsweise „Mann“ und „schwul“ gleich zu setzen Mit anderen Worten: Mann und Frau werden dabei zu einer Species unter Vielen – wie Lesben, Intersexuelle usw. Fortan gilt die Aussage: „Alles ist normal, auch die Abweichungen“.
Das Werkzeug „Sprache“ brauchte nur noch die Gleichmacherei zu unterstützen: Das Wort sexuelle „Orientierung“ war geboren. Irgendwie sexuell orientiert ist doch jeder…, also wurden „Sexuelle Orientierung“ und „Vielfalt“ zum Wortschatz der Non- Heteros, vor allem in der Sexualkunde der derzeitigen Frühsexualisierung. „Schwul“ soll zu keinem Schimpfwort mehr werden, genau so wenig wie männlich. Und: „Junge, Du darfst auch schwul werden!“ ist die Botschaft der Stunde. Männliche Homoerotik ist angeboren. Weibliche kann wahrscheinlich erworben werden (Kutschera).

Staat (GH)

Staat heißt: Herrschaft einer professionellen Bürokratie mit einem legitimen staatlichen Zwangsmonopol auf einem bestimmten Territorium. Der Staat ist die heute dominierende Herrschaftsform. Er wird vor allem durch internationalen politischen Wettbewerb, durch schwächer werdende freiheitliche Garantien des Rechtsstaates, durch den Markt, der ihm die Ökonomie weitgehend entzieht, durch gesellschaftliche Gegengewichte wie Familie, Kirchen, freie vereine usw. und entsprechende Sitten und Traditionen in Schach gehalten. Im Unterschied zu den „zivilen“ Märkten ziehen Staaten als Gewaltmonopolisten eine breite Blutspur hinter sich her. Staat bedeutet immer Zwang von Menschen gegen Menschen, mag dieser auch rechtsstaatlich reguliert sein, und er bedeutet immer eine Versuchung für die gerade herrschende politische Klasse, ihre Macht zu missbrauchen, die er ja im Monopol besitzt. Darum ist es wünschenswert, den Bereich dessen, was durch den Staat beherrscht wird, klein zu halten und die Staatsmacht selbst zu dezentralisieren (Föderalismus, Kommunalismus). Das Zentralproblem einer freien Gesellschaft lautet heute: wer schützt uns vor unseren Beschützern? Nicht der „Neoliberalismus“ sondern der Wohlfahrtsdespotismus des Staates ist in Westeuropa gegenwärtig die Hauptgefahr.

Wahlfreiheit (EK)

Wahlfreiheit ist ein Leitbegriff der Familienpolitik in den letzten Jahrzehnten. Es geht generell um die Frage, in wieweit Eltern die Möglichkeit haben sollen, sich (ideologie)frei über die Anteile ihrer Familien- und Erwerbsarbeit zu entscheiden – ohne staatliche Bevormundung. Dabei ist es Aufgabe der Politik, solche Massnahmen zu definieren, die weder finanzielle noch berufliche Nachteile für die Eltern zur Folge haben. Konkrete Lösungen setzen auf der einen Seite mehr frauenpolitische Akzente (z.B. staatliche Fremdbetreuung) oder berücksichtigen auf der anderen Seite – insbesondere in den ersten drei Jahren – die Betreuung der Kinder durch Mutter bzw. Vater, verbunden z.B. mit Gewährung von staatlichen Transferleistungen für die häusliche Betreuung in der Höhe der monatlichen Krippenkosten.

/1/ Agens Statement zur geschlechtergerechten Sprache
/2/ Gleichberechtigung ist nicht Gleichstellung
/3/ Braucht unsere Gesellschaft „Gender Studies“?
/4/ Gleichstellung ist verordnete Gleichberechtigung

[1] Eine Auswahl aus „Freiheit oder Knechtschaft“ von Gerd Habermann, erschienen im Olzog Verlag, 2011, gekennzeichnet mit GH

[2] Zitate aus einem Text von Günter Buchholz: „Ein Versuch, die Begriffsverwirrung „Gender“ aufzulösen“ (2016), gekennzeichnet mit GB

[3] Vorstand von AGENS eV

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