Zweierlei Frauenverachtung: H. Clinton versus  D. Trump

von Gerhard Amendt
Professor für Geschlechter- und Generationenforschung
Vormals Institut für Geschlechter und Generationenforschung der Universität Bremen

 Wer von beiden ist abschätziger gegenüber Frauen?

Der 45. Präsident der USA hat unterdessen sein Amt angetreten. Die Enttäuschung auf der Verliererseite über den nicht errungenen, vormals sicher geglaubten Sieg ist noch immer groß. Was vielen als Verrat an Hillary Clinton als einer Symbolfigur der Frauensache dünkt, bedarf jedoch genauerer Betrachtung. Die Äußerungen Donald Trumps im Vorfeld der Wahl über die Verfügbarkeit von Frauen („Pack sie an der Muschi!“) löste im Demokratischen Lager nicht nur einen rituellen Sturm der Entrüstung aus. Es verstärkte darüber hinaus die Gewissheit, er habe sich damit das Genick gebrochen und Clintons Sieg unaufhaltsam gemacht. Doch es kam anders als erwartet.

Die Frauenfrage spielte im amerikanischen Wahlkampf keine unwesentliche Rolle. Allerdings wurde sie von zwei Standpunkten aus erörtert, die nur bei oberflächlicher Betrachtung der Kandidatin der Demokraten ein fortschrittliches und dem der Republikaner ein konservatives Frauenbild zuweisen. Übersehen wird, dass beide Kandidaten Frauenbilder mit unverkennbar konservativer Schattierung verbreiteten. So stand der Wahlkampf von Hillary Clinton in der Tradition eines zusehends konturloser werdenden Feminismus. Was als Essenz übrig blieb, weist alle Frauen als Angehörige eines Opferkollektivs aus. Ihr Leben sei das der Opfer feindlicher Mächte, des Patriarchats. Individuelle Unterschiede oder die sozialer Schichten gebe es nicht. Wahlstrategisch wurde gemutmaßt, alle Frauen sähen das so und fühlten sich auch als Opfer. Wenn Clinton die gläserne Decke durchstoßen würde, dann würden alle Frauen das als persönlichen Sieg feiern. Denn alle seien sie von gläsernen Decken umgeben. So kam es, dass die Demokratische Partei alltägliche Herausforderungen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft als Problem gläserner Decken umdeutete. Clinton hatte nicht vor, Wesentliches im Leben von Frauen zu verändern. Armut und Deklassierung interessierten sie so wenig wie ihren Konkurrenten. Ihr Sieg hätte die gläserne Decke zwar durchstoßen. Dem ominösen Frauenkollektiv hätte es jedoch nichts gebracht. Vor allem die weiblichen Wähler der Demokraten haben das so gesehen und mittlerweile tun es auch die Strategen der Demokratischen Partei. Bei der Fixierung auf subkulturelle Belange von Minderheiten wird es deshalb zukünftig nicht bleiben. Materielle Interessen sollen wieder wie bei Sanders und Trump eine erhebliche Rolle spielen. Das zu vernachlässigen hat der Partei den Verlust der klassischen Industriearbeiter und von Teilen der Mittelklasse eingetragen. Die Demokratische Partei geht jetzt deshalb auf Distanz zur sexuell konnotierten Identitätspolitik.

Donald Trump hingegen hat die Frauenfrage ohne aktuelles Zutun eingeholt. Er äußerte vor Jahren, Frauen würden angesichts einflussreicher Männer weich und „fielen“ sogar „um“. Ihnen ans Genital zu greifen, was üblicherweise unzulässig ist, bliebe dann folgenlos. Allein einflussreiche Männer aus Politik, Geschäftswelt, Showbusiness und Popszene könnten auf diese Weise selbstbewusst ihre Macht demonstrieren. Ihnen sei der Zugang zu Frauen erleichtert. Sie müssten sie nicht verführen, weil diese selber zu ihnen kämen. Modellhaft wie früher in James Bond Filmen oder heute in TV-Serien wie The Good Wife.

Da es in Wahlkämpfen nicht um die Realität von geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen und Attraktivitätsvorstellungen geht, wurde Trump daraus im Demokratischen Lager ein Strick gedreht. Er sei ein Misogyn, der verächtlich gegenüber Frauen sei, sie abwerte und zur Gewalt gegen sie ermutige. Seit der Wahlniederlage von Clinton wird darüber gegrübelt, warum gerade dieses Verhalten ihm keine Wahlniederlage zugefügt habe.

Was Trump 2005 geäußert hatte, sagt man in linksliberalen Kreisen nicht laut, obwohl jeder darüber Bescheid weiß. Denn in diesen Kreisen macht das einen Mann zum „Sexisten“ und „Gewalttäter“. In vielen Medien wie Ostküsten-Universitäten kommt das einem sozialen Todesurteil gleich, das Job- und Zukunftsperspektiven vernichtet. Selbst Nobelpreisträger sind vor solcher Eskalation nicht gefeit. Der Sexismusvorwurf gegen Trump hat allerdings aus ganz anderen Gründen nicht gegriffen. Die „subkulturelle Blasenmentalität“ der Demokraten wollte nicht wahrhaben, dass viele Wähler gänzlich andere Sorgen haben.

Nebenbei hat die Genickbruchhoffnung die Irrelevanz von Debatten über Gender, Sexismus und Männergewalt unter der Mehrheit der US-Bürger sichtbar gemacht. Ihr kommt offenbar nur ein sensationalisierter Unterhaltungswert zu. Es ist erregend wie Pornografisches – nur ohne Nacktheit. Für viele war es lediglich eine weitere unerquickliche Äußerung des Kandidaten über Frauen. Empörung darüber bringt aber weder Jobs noch soziale Sicherheit zurück. Und nicht wenige dürften darin achselzuckend ein Gran Wahres erkannt haben. In Kreisen mit einem liberalen Sexualitätsverständnis darf das aber nicht offen benannt werden, weil Sexualität nur allzu oft als steril, überraschungsfrei, wenig atemberaubend und entsprechend einer Fiktion des herrschaftsfreien Zusammenspiels von Penis und Vagina gedacht wird. Im Namen von Herrschaftsfreiheit wird eine karge Sexualität nach dem Vorbild protestantischer Enthaltsamkeit des frühen Siedlermilieus vertreten. Was einst protestantische Morallehre war, kommt heute im Gewand weiblicher Schutzbedürftigkeit daher. Wer davon abweicht, macht sich der Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen verdächtig. Dass Liebe und Wünsche nach Sicherheit sich mischen und mitunter verwunderliche Koalitionen eingehen, schreckt die meisten Frauen sowenig wie Männer. Es ist naheliegend, erfahrbar im Alltag auf Schritt und Tritt und bleibt dem Begehren keineswegs äußerlich.

Dass viele Frauen eher daran interessiert sind, eine Beziehung mit einem starken als mit einem weniger starken Mann einzugehen, das erschüttert nur diejenigen, die keine Alltagssorgen haben oder absichernde Beziehungen bereits eingegangen sind. Wie das abläuft, ist unendlich vielgestaltig. Es erfolgt intuitiv und ist in erotische und kulturelle Gepflogenheiten eingebettet, weil die Überlegenheit des Mannes, und sei sie noch so klein, seine Attraktivität steigert.

Man kann dieses Verhalten auch evolutionsbiologisch sehen. Danach waren Frauen immer auf die männliche Stärke angewiesen, weil sie nur dann in Sicherheit leben und Kinder aufziehen konnten. Daran hat sich bis heute trotz Pampers, Waschmaschinen, Sozialstaat, Berufstätigkeit von Frauen wie allgemeiner Modernisierung der Hausarbeit allenfalls nur in Nuancen etwas geändert. Deshalb geben die meisten Frauen noch immer dem versorgungsfähigen Mann den Vorzug vor dem reglementierenden Vater Staat. Sie verzichten ebenso darauf, mit den Männern darum zu konkurrieren, wer die Letztverantwortung  für das Wohlergehen der Familie zu tragen hat.

Fellatio als Belohnung für treusorgende Männer

Die Lebensfremdheit des liberalen Kokons fällt zwischenzeitlich den Kritikern Trumps auf die Füße und tonangebende Feministen verwickeln sich in ihrer Trump-Kritik in heftige Widersprüche. Zu ihnen zählt die Journalistin und Buchautorin Nina Burleigh, die 1998 in der Sexaffaire von Präsident Bill Clinton mit der Praktikantin Monica Lewinsky im Oval Office für die feministische Empörung eine andere Marschrichtung als 2016 vorgegeben hat. Damals verteidigte sie Bill Clinton und mokierte sich über Monica Lewinsky „Ich wäre glücklich, ihm (Bill Clinton) einen zu ‚blasen’, einfach als Dank dafür, dass er die Abtreibung legal erhalten hat. Ich denke, dass die Frauen Amerikas Schlange stehen sollten (….), um ihre Dankbarkeit zu zeigen, dass er die Theokratie ihnen vom Leibe gehalten hat.“  Dankbare Frauen sollten es der Praktikantin gleich tun. Burleighs Ethik: Männer, die Frauen Gutes tun, haben sexuelle Belohnung verdient, und sie ist ihnen unaufgefordert darzubringen. Wie will Burleigh Trump dann noch kritisieren, wenn sie sich selber so verhalten würde, wie Trump es beschrieben hat? Und die Feminismus-Ikone Gloria Steinem hat Bill Clinton damit verteidigt, dass Lewinsky über einen uneingeschränkt freien Willen verfügt habe und sich nicht als Opfer und schon gar nicht als Anklagende gebärden solle. Jedoch für Anhänger der feministischen Opferrhetorik sind solche Beschwerden eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die Wiedergutmachungsansprüche begründen.

Trotzdem machen Feministen zwischen Donald Trump und Bill Clinton Unterschiede. Den einen mögen sie, den anderen nicht. Den sie nicht mögen, dem lassen sie nicht einmal bräsiges Gehabe durchgehen. Den sie mögen, dem kommen sie ethisch und sexuell entgegen, obwohl er ihren Erwartungen von willfähriger Männlichkeit widerspricht. Maßgeblich ist demnach nicht, was Männer tun, sondern was Feministen davon halten. Die feministische Ethik zur männlichen Effizienz wäre demnach recht simpel: Seid stark in unseren Augen und ihr bekommt Sex! Seid ihr es nicht, bleibt uns vom Leib! Pech für Männer, die ihre Macht überschätzen oder die die Erwartungen von Frau unterschätzen. Ansonsten gilt weiterhin die Volksweisheit: „Macht macht geil!“

Wählen mit dem Kopf und nicht mit der Vagina

Frauen sollten 2016 Hillary Clinton wählen, weil sie eine Frau ist. Weil die Demokraten vergessen hatten, dass materielle Interessen Wahlentscheidungen bestimmen und nicht das anatomische Geschlecht, hat die Schauspielerin Susan Sarandon erbost Hillary Clinton wie Margaret Madeleine Albright zugerufen: „Ich wähle mit meinem Kopf und nicht mit meiner Vagina“.

Abgesehen von dieser Kritik hatte Trump gegen die Gepflogenheit verstoßen, nach der „ein Mann genießt und schweigt“. Er hat darüber hinaus die feministische Ideologie der reinen, selbstlosen Frauen als Opfer beschädigt, indem er ihnen materielle Erwägungen bei der Partnerwahl unterstellte. Sich darüber zu exaltieren, setzt feministische Weltabgewandtheit und Begeisterung für genderpolitische Empörungsdiskurse voraus.

Die Wirklichkeit beim Namen zu nennen, kann in Zeiten der Political Correctness wie weiland im McCarthyismus der 50iger Jahre risikoreich sein. Obwohl Frauen in alle Gesellschaftsbereiche im Machbarkeitsbereich ihrer sozialen Herkunft vordringen können, so sie es wollen, hat sich so gut wie nichts an den Erwartungen geändert, dass ihnen Männer „zum Verlieben“ überlegen sein sollen. Deshalb heiraten die meisten Frauen, wie die Forschung weiterhin zeigt, noch immer nach Oben und Männer folglich noch immer nach Unten.

Daran hat sich in den vergangenen 50 Jahren nur wenig geändert. Weil Schönheit bei Frauen und Geld bei Männern eine besondere Rolle spielen, können beide leichter die Schicht ihrer Herkunft verlassen. Für Männer gilt, dass sie Frauen den Wunsch nach Sicherheit und Versorgung erfüllen wollen. Zu ihrem Glück wollen Männer, was Frauen von ihnen erwarten. Auch darin hat sich nicht sonderlich viel geändert. Denn darin spiegelt sich ihre Stärke. Es verleiht ihnen wertschätzende Anerkennung, die Berufstätigkeit nicht mit sich bringen kann. So ähnlich verhält es sich mit Diamanten, die Männer ihren Frauen schenken möchten. Sie erkennen an den Diamanten am Finger einer Frau sich selber. Allerdings geraten „starke“ Männer, das legen die Äußerungen von Trump nahe, durch nassforsches Zugreifen in den risikoträchtigen Bereich der Übergriffigkeiten. Denn nicht alle Frauen folgen der Logik, auf die er sich beruft.

Identität oder Interessen

 Selbst diese als Gewaltaufruf eingestufte Äußerung hat ihm weibliche Wähler nicht abspenstig gemacht. Im Gegensatz zur Identitätspolitik von Minderheiten, die um Sexualität und Selbstwahrnehmung kreisen und als Selbstgebasteltes nach Lust und Laune mal so und mal so modelliert werden, spielen sie für die Mehrheit der Menschen keine entscheidende Rolle. Für sie wäre das ein narzisstischer Luxus, wie er in sexuellen Subkulturen verbreitet ist, den sie sich selber aber nicht leisten können.

Die Mehrheit der Menschen sorgt sich stattdessen ums tägliche Brot, die Ausbildung der Kinder und den Lebenssinn. Denn laut Noam Chomsky gibt es „jenseits von Löhnen, Vorteilen und Sicherheit (…) den Verlust der Würde, der Hoffnung auf eine Zukunft und des Sinns, (…) eine Welt (…), zu der man gehört und die es wert ist, dass man darin eine Rolle spielt“.[1] Der harte Gegensatz von Identität und Interesse, der auch hierzulande eine immer größere Rolle spielt, spiegelt die wachsende Kluft zwischen den versorgten Schichten, die reichlich haben, und der Mehrheit, die ums tägliche Brot kämpfen muss – eben die Kluft von Reich und Arm und  Perspektivlosen.

Der Wahlkampf der Demokraten hat sich dafür nicht interessiert. Niemand wollte aussprechen, dass der ökonomische Abwärtstrend unter den Wählern weitergehen würde. Jeder fürchtete, als Anti-Feminist oder Misogyn geziehen zu werden, wenn er die Politik der Kandidatin Clinton infrage stellen würde. Deshalb erstarrte die Clinton-Kampagne in „oberflächlicher Fortschrittlichkeit, die sie als reale soziale Gerechtigkeit verpackte“ [2] und die sie mit Celebrities aus Hollywood medial garnierte. Wer dem sich entzog, wurde verächtlich dem  Haufen „Bedauernswerter“, die nicht zu retten seien („a basket of deplorables … they are irredeemable“ ) zugeschlagen.

Die Marktkapitalisierung der Vagina – Erotic Capital

Die Trump’schen Erfahrungen, wonach einflussreiche Männer sich Vieles erlauben können, hat durch die Gleichstellungsperspektive der Soziologin Catherine Hakim[3] von der London School of Economics eine bemerkenswerte Aktualisierung erfahren. Aus der Sicht von Frauen erklärt sie zu einer befreienden Tugend, was Trump als Gewalt gegen Frauen vorgeworfen wird. Nach Hakim sollen Frauen unter autonom kontrollierten Bedingungen sich durchaus „ans Genital greifen lassen“.

Denn auch Hakim will als Feministin beruflichen Erfolg und Einkommen von Frauen verbessern. Dafür sucht sie nach einem Königsweg, der gerade nicht nur für gut ausgebildete Frauen, sondern ebenso für gering ausgebildete den Erfolg verbürgt. Sie will auch nicht, dass nur gutaussehende Frauen mit ihren Chefs ins Bett gehen und nachträglich belohnt werden. Sie sucht nach einer Lösung für alle Frauen, die im unterschiedlichen Sexualverhalten von Frauen und Männern verankert ist und allen Frauen in jeder erotischen Beziehung lebenslang materielle Vorteile bringen soll. Sie hat ein Modell entwickelt, das auf umfangreicher internationaler Forschung basiert.

Demnach sei unwiderlegbar erwiesen, dass in den meisten Kulturen Männer Sex häufiger als Frauen begehren. Männer wollen immer nur das Eine. Frauen demnach etwas anderes oder weniger von dem Einen. Grundlegend für ihr Gleichstellungsmodell ist, dass Frauen weniger Sex als Männer begehren. Demnach muss die Nachfrage nach Sex unter Männern teilweise unbefriedigt bleiben. Um das Bewusstsein der Frauen dafür zu heben, dass sie über ein knappes und hoch begehrtes Gut verfügen, bringt sie das Gesetz von Angebot und Nachfrage ins Spiel. Frauen sollen als rationale Marktteilnehmer den Preis für ihr Erotic Capital hochtreiben. Das sei die erfolgversprechende Grundlage für höheres Einkommen und besseren sozialen Status. Frauen können den Preis diktieren und sind nicht mehr dem Risiko ausgesetzt, unterhalb des Marktpreises für sexuelle Leistungen entlohnt zu werden. Frauen aller Schichten sollen das zu ihrer Strategie „im Büro wie im Bett“ erheben. Deshalb empfiehlt Catherine Hakim die „Markkapitalisierung der Vagina“. Die Diskriminierung der Frauen könne damit beendet werden. Der Begriff des Empowerment der Frauenbewegung als Selbstermächtigung nimmt hier eine grotesk-perverse Bedeutung an. Dazu müssten Frauen allerdings ihr Verhalten ändern. Statt sich leichtsinnig der Verliebtheit hinzugeben, sollen sie einen kühlen Kopf bewahren, um materielle Vorteile vor dem Sexualakt sich sichern zu können. Gegenüber dem alten Virginitätsmodell, das Frauenwert verkörperte, hat das feministische Modell den Vorteil, dass es in jeder neuen Beziehungen sich abermals einsetzen lässt. Der Tauschwert bleibt also bis ins hohe Alter erhalten.

Bleibt dann nur noch die Frage: Worin unterscheidet sich das feministische Modell von Clinton von dem der Trump’schen Lebensweisheiten? Nun, beide ähneln sich in ihren Ergebnissen. Nur ihre Wege dorthin unterscheiden sich. Trump überliefert Frauen dem Zufall, indem sie auf männliche Zuvorkommenheit angewiesen sind und dadurch in infantile Abhängigkeit gezwungen werden. Clinton hingegen setzt sie wohlfahrtsstaatlichem Paternalismus aus. Frauen sollen sich mit dem Opferstatus abfinden. Auch das infantilisiert Frauen. Und Hakims feministische Versprechung macht aus schwierigen Beziehungen ein Verhältnis der Prostitution.

All das verändert die Beziehungen der Geschlechter zueinander nicht. Es bleibt bei althergebrachten Verhältnissen. Der dritte Weg gegenseitiger Anerkennung, der muss wohl erst noch beschritten werden.

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[1] Noam Chomsky (14. November 2016). „Trump in the White House: An interview with Noam Chomsky.“  Truthout. Aufgerufen unter http://www.truth-out.org/opinion/item/38360-trump-in-the-white-house-an-interview-with-noam-chomsky.

[2] Sarah Jones (10. November 2016). „Hillary Clinton’s Celebrity Feminism Was a Failure.“ New Republik. Aufgerufen unter https://newrepublic.com/article/138624/hillary-clintons-celebrity-feminism-failure.

[3] Catherine Hakim (2006). „Women, careers, and work-life Preferences. British Journal of Guidance & Counseling 34(3); s. a. Hakim (2010). „Erotic Capital.“ European Sociological Review 26(5), 499–518.

2 Responses to “Zweierlei Frauenverachtung: H. Clinton versus  D. Trump”

  1. […] empfehlenswert an dieser Stelle ist auch ein Gastbeitrag von Prof. Amendt bei „Agens e.V. – Die Miteinander„, der sich dabei ausserordentlich ziseliert mit den Imponderabilitäten und Wahl-Präferenzen […]

  2. […] die noch aus dem Wahlkampf stammt, aber bei näherer Betrachtung überhaupt keinen Sinn ergibt. Illegal mitgeschnittene Aussagen, die ebenfalls aus Wahlkampfkalkül endlos wiederholt wurden, sind inzwischen zitierfähiges […]

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