Familienpolitik: Modelle mit geringem staatlichen Einfluss

Die jetzige Familienpolitik verstärkt die Fremdbestimmung der Familien
Das Wissen um die Hintergründe stärkt ihre Selbstbestimmtheit.

Hintergründe

Das Familienministerium folgt derzeit zunehmend – und einseitig- der Staatsideologie Gender Mainstreaming[1] . Wie jede Ideologie arbeitet das Ministerium mit folgenden Instrumenten:

  • Umdeutungen von gängigen Begriffen (z.B. Ausweitung des Begriffs „Familie“),
  • Feindbildern (z.B. „Hausfrau am Herd“),
  • “Überwindung“ des Männlichen (SPD Leitlinien von 2010)
  • Manipulation durch gesetzte Trends ( „Immer mehr Frauen wollen in Vollzeit“)
  • Unbewiesene Behauptungen („ Krippenkinder genießen eine bessere Erziehung und Sozialisierung“)

Diese Manipulationen erfolgen vorwiegend unterschwellig, d.h. ohne bewusste Wahrnehmung durch die betroffenen Bürger, hier: durch die Familien. Für die Familienpolitik haben die Manipulationen beispielshaft folgende Auswirkungen :

  • Ideologische Wunschmodelle: Austauschbarkeit der Rollen von Vater und Mutter
  • Programme, die der Staatsideologie entsprechen (z.B. zum “Elterngeld plus” ist Voraussetzung zur Förderung die Eltern als Doppelverdiener)
  • und eine „Scheidungskultur“, als Folge der Emanzipation (d.h. Streben nach finanzieller Unabhängigkeit vom Mann) und Inkaufnahme von Trennungskindern, trotz potentieller  Gefahr psycho-sozialer Langfristfolgen.

Daraus folgt für unsere zukünftigen Aktionen : ein Zurückfahren staatlicher Einflüsse mit folgenden Leitideen:

  • Initiieren einer Paarpolitik mit dem Ziel des
  • Bestärkens der Triade (Vater-Mutter- Kind) und der
  • Selbstbestimmtheit der Familie mit dem
  • Fokus auf das Kind, sowie
  • der Prävention elterlicher Trennung

Es folgen  Konkretisierungen der Leitideen und Hinweise auf notwendige Aktionen:

1. Kinder brauchen mehr Empathie

„Kinder sind die Sehnsucht des Lebens nach sich selber“ [2]. Diese wunderbaren, gefühlsvollen Worte sollte man der deutschen Familienpolitik entgegenhalten, die Kinder für Objekte ihrer Politik instrumentalisiert. Die Themen „Kinderrechte ins Grundgesetz“, oder „immer mehr Kinder in bedrohter Armut“, oder die staatlich geförderte Krippenpolitik sind ein solches Vehikel für eine Politik, bereits Kinder und die Eltern mit der Staatsideologie Gender zu indoktrinieren.

Kinder kriegen“, diese Aussage war jahrhundertelang Ausdruck einer Selbstverständlichkeit. Heute wird aus der Selbstverständlichkeit die Betrachtung „Kinder kriegen“ gleichsam als Geschäftsfeld nach dem Motto „Kinderwagen oder Zweitwagen?“ Häufig heißt die Antwort der Eltern: „Kinder rechnen sich nicht“, als Ergebnis einer Familienpolitik, die junge Familien dazu zwingt, das Kinderkriegen mit monetären Kriterien zu bewerten.

Das folgenschwerste Phänomen einer gleichsam „kinderlosen“ Politik zeigt das bislang kaum beachtete Schicksal der Scheidungskinder. Die Trennung der Eltern ist ein Verbrechen am Kind – unabhängig von der Ursache. Das Schicksal der Trennungskinder sind das krasseste Beispiel für die mangelnde Empathie unserer Gesellschaft wehrlosen Kindern gegenüber.

Was ist zu tun?

Wie fast jede politische Maßnahme Gender-Kriterien berücksichtigen muß, sollte für jede langfristige, politische Maßnahme in der Familienpolitik die Auswirkungen auf Kinder beachtet und bewertet werden.

2. Langfristige Paarpolitik: Basis einer stabilen Familie

Ein Skandal: in den meisten Gleichstellungsbüros liegen „Scheidungsratgeber“ aus. Wo bleiben die Beziehungsratgeber? Sie gibt es nicht, sie würden die Wertorientierung  und die Abwehrhaltung stabiler Paare gegenüber Manipulationen staatlicherseits unterstützen. Für M. L. Moeller stellt deswegen die Paarbeziehung die „Hauptquelle für die Einstellung künftiger Generationen[3] dar.

Mann und Frau ergänzen sich, eingebettet in ihrer Liebe zueinander. Dieses Ergänzungsmodell von Männlichkeit und Weiblichkeit bildet die Basis der späteren Beziehung zwischen Vater und Mutter, u.a. als Vorbild für die Werteorientierung ihrer Kinder[4]. Mit dem Kind entsteht ein neues kreatives Potentialfeld für Mann und Frau. Es ist die erste Ausprägung des Menschen durch die Beziehung von Vater und Mutter.

Wäre die Vermittlung einer Beziehungskultur nicht Aufgabe einer „Paarpolitik“ mit pädagogisch-politischem Ansatz? Dazu Moeller: Die Politik versagt in ihrer zentralen Aufgabe …einer Paarpolitik……, die besten Bedingungen für die Selbstaneignung und autonome Lebensgestaltung ihrer Bürger zu schaffenUnd generell: „Beziehungslehre gehört in den schulischen Sozialkundeunterricht und ist als „Führerschein“ vor der Hochzeit bedeutender als andere Heiratsformalitäten  [5]“.

Was ist zu tun?

Wir propagieren eine  „Initiative Paarpolitik“ mit den Teilaspekten:

  • Lehrstoff „Beziehungskunde“: Beispiele/Ideen sind aus der Schweiz (Eheseminare Guy  Bodenmann), von der “Stiftung Beziehungskultur” [6] und vom „Team F“ [7] bekannt, sowie
  • die Einrichtung öffentlicher Beratungsstellen zur Trennungsprävention (Stichworte: Systematische Behandlung i. S. einer Eindämmung von Scheidungsfolgen und deren psychischen Dynamiken durch Fachhochschulen und Fachschulen, bzw. eine spezialisierte Professionalisierung von Beratung/ Therapie im Rahmen von wohlfahrtsstaatlicher Verantwortung mit kostenloser Beratung [8]). Im Gegensatz zur bisherigen staatlichen Familienpolitik wäre die Beziehungkunde eine Art staatlicher „Dienstleistung“.

3. Gegen Verstaatlichung: Selbstbestimmung für Familien

Die gängige Familienpolitik geht von gewissen Wunschvorstellungen über Rollenbilder von Mann/Vater, beziehungsweise Frau/Mutter aus, bis hin zur Austauschbarkeit von Vater und Mutter. Das Modell „Hausfrau“ – so das Familienministerium – schränkt die Selbstentfaltung/Befreiung der Frau ein und festigt die finanzielle Abhängigkeit der Frau von ihrem Mann. Diese Einschränkungen sollen kontinuierlich durch zunehmende Frauenförder – Programme beseitigt werden. Beispiele dafür sind: die Krippenpolitik; der KiTa-Ausbau; und die Elterngeld plus-Förderung, die das Doppelverdiener – Modell voraussetzt.

Wir treten ein für die Selbstbestimmung der Familien. Sie müssen in die Lage versetzt werden – ohne Zwänge – sich für ihr individuelles Familienmodell mit ihrer individuellen Work- Life Balance zu entscheiden, das kann unter Anderem das Doppelverdiener – Modell i.S. des Ministeriums, wie auch das klassische Familienmodell beinhalten .

Obige Beispiele zeigen, dass familienpolitische Informationen nicht immer ideologiefrei zu erhalten sind. Vorsicht ist beispielsweise geboten bei politischen Texten hinsichtlich des Gebrauchs gängiger Begriffe wie Familie, Vater, Mutter, Wahlfreiheit etc. Die staatliche Familienpolitik gebraucht diese Begriffe in einseitigen, ideologischen Zusammenhängen, die nicht immer mit der üblichen Sprache des Bürgers und seinen Erwartungen übereinstimmen. Andere Instrumente sind: die Gendersprache, ein unterschwelliges Manipulieren und Agitation durch staatliche Stellen a la DDR,  sowie einem Trendsetting mit Hilfe eines Knigges namens „Political Correctness“. Beispiel: die Aussage „immer mehr Frauen wollen in Vollzeit“ soll einen scheinbaren Trend in der Gesellschaft vermitteln, der ein davon abweichendes Verhalten als „rückständig“ brandmarkt, konkreter: stigmatisiert. Mittels der Political Correctness wird auf diese Weise gleichsam ein sozialer Druck auf den Bürger, hier auf die Frauen, ausgeübt.

Was ist zu tun?

Wir treten ein für die Selbstbestimmung der Familien. Sie müssen in die Lage versetzt werden – ohne externe Zwänge –  sich für ihr individuelles Familienmodell und seiner Work-Life Balance zu entscheiden, Das kann die ganze Bandbreite vom Doppelverdiener-Modell bis hin zum klassischen Familienmodell beinhalten.

Wir haben drei selbstbestimmte Familienmodelle mit Verringerung des staatlichen Einflusses entwickelt, s. Anlage.

Zum Kernbegriff Wahlfreiheit: Wir fordern eine kindorientierte Wahlfreiheit für die Familie. Sie berücksichtigt die altersabhängigen Bedürfnisse des Kindes bei Fragen der realen Gestaltung des Familienlebens und seiner Work-Life Balance – i.G. zur reinen frau-orientierten Wahlfreiheit.

Zum Problem der ideologiefreien Information über die Familienpolitik: Es müssten neutrale Informationsstellen (als zu schaffende Institution durch die Familienverbände?) initiiert werden, sie informieren beispielsweise die Eltern – ideologiefrei – über die Wahl- und Fördermöglichkeiten.

4. Elterntrennung: DER Katastrophenfall für das Kind

Über 400 Kinder [9] werden per Gerichtsbeschluss von einem Elternteil (zu fast 80% vom Vater) getrennt. Eine unvorstellbar große Zahl. Für das Kind bedeutet das: ein Elternteil zieht aus und ist schlicht nicht mehr da. Das versteht das Kind (meistens unter 10 Jahren) nicht. Eine tiefe Traurigkeit mit Verhaltensstörungen ist die Folge. Ruhigstellung ist gefragt, Ritalin wird verordnet. Und die Gesellschaft schweigt.

Trennungskinder werden in ein Leben hineingeboren, das die Urerfahrung eines Kindes, die Stabilität elterlicher, gemeinsamer Beziehung urplötzlich abbricht. Das ist noch immer ein Tabuthema, im Gegensatz zur alleinerziehenden Mutter. Scheidungskinder werden schon frühzeitig, besonders in der Schule, verhaltensauffällig (z.B. durch ein ADHS-Verhalten), und zwar mehr Jungen als Mädchen. Die Folgen können den Tatbestand der seelischen Kindesmisshandlung (nach § 1666 BGB) erfüllen.

Wir sehen in dieser Entwicklung eines der gravierendsten Symptome des Zerfalls der sozialen Bindeglieder in unserer Gesellschaft mit noch unbekannten psychosozialen Spätfolgen, vornehmlich in der Beziehung der Geschlechter zueinander.

Die Tabuisierung findet ihre Fortsetzung in dem familiengerichtlich ruhigstellenden Begriff des “Kindeswohls “ und in der positiven  Propagierung des Trends zur „Patchworkfamilie“. Auch das sind Phänomene einer  Problemlösung durch die Erwachsenenwelt, die aber auf dem Rücken der Schutzlosen, unserer Kinder, ausgetragen werden.

Was ist zu tun?

Schaffen einer Forschungsplattform zum Thema „Psychosoziale (Spät-)Folgen bei Trennungskindern“, inkl. Expertenanhörung (Liste von möglichen Experten bei AGENS), und Berücksichtigung des  elterlichen Entfremdungssyndroms (PAS). Ein entsprechendes Fachseminar zur Information aller relevanten Professionen ist bei AGENS  in Vorbereitung..

5. „Aufbruch Familie“

Ausgehend von einer Scheidungs- und Single-Rate auf hohem Niveau, sowie den Verweigerungstendenzen , hinsichtlich langfristiger Bindungen bei jungen Männern und Frauen, gibt es einen Trend hinsichtlich einer Abkehr von der klassischen Ehe und einer Entwertung der klassischen Ehe („Ehe für alle“). Auf der Männerseite werden  die potentiellen Scheidungsfolgen zunehmend als Grund für die Verweigerungshaltung und auf Seite der Frauen der Verlust ihrer individuellen Freiheit angegeben („Eine Geburt ist ein großer Kontrollverlust“).

Trotz diesen gegenläufigen Entwicklungen bleibt die Triade Vater – Mutter – Kind (mit über 75% der vorhandenen Partnerschaftsmodelle) immer noch die Grundfeste unserer Gesellschaft. Deswegen: Wir sollten aus unserer Position der Stärke handeln und einen „Aufbruch Familie“ initiieren:

Was ist zu tun?

Wir schlagen zum Aufbruch Familie eine Medien-Aktion „Familienglück“ vor. Diese Aktion wendet sich an Unentschlossene/ Unwissende hinsichtlich des Eingehens einer langfristigen Bindung in Form der Ehe. Diese Aktion soll Anreize schaffen, Denkschwellen  überwinden und „Aha“-Effekte erzeugen – ohne politische Statements, aber mit vielen Bildern, Bildern, Bildern….. in Plakataktionen und TV Spots.

 


ANLAGE

Familienmodelle: alternative Denkansätze

Vorbemerkung : Es folgen Modelle mit verringertem staatlichen Einfluss, insbesondere als Denkansatz für juristische Vertiefungen.

A. Modell „Begleiteter Wiedereinstieg“

  • Klassische Lebensphasen mit beruflichen Wiedereinstieg:
    ABFW: Ausbildung > Berufseinstieg > Familiengründung > Wiedereinstieg (nach begleitender Fortbildung während der Mutterpause (s.u.)

Staatliche Hilfen (ein Gesetzespaket)

  • „Muttergeld“ (Höhe entspricht den monatlichen, staatlichen Krippenkosten) für 2 – 3 Jahre mit Barauszahlung,
  • Sicherung Fortbildung der Mutter während der ersten 3 Jahre, dazu gehört :
  • Für die Mutter: Ein „Berufstag/Woche“ (Vorschlag „Stiftung Familienwerte“)
  • Arbeitgeberseitige Absicherung des Wiedereinstiegs

Vorteile:
Sicherung der Mutterzeit für das Kind in den ersten 3 Jahren

 

B. Modell „Kinder zuerst“
(frei nach Prof. Kirchhoff)

  • Umkehrung des klassischen Lebensentwurfs der Frau:
    AFB : Nach Ausbildung (< 18 Jahre) , dann Familiengründung > erst DANN Berufseinstieg

Staatliche Anreize:
für das Paar bei Entscheidung für das Kind: 50.000 Euro Einmalleistung für das 1. Kind (als Ersatz für bisherige Transferleistungen)

Vorteile:
Wegfall des Problems „Wiedereinstieg“, dadurch stressfreie Familiengründung, und: für die Kinder eine junge Mutter.

 

C. Modell „Kinderabhängige Steuerstaffel“
(Basis: franz. Steuermodell)

  • Klassischer Lebensentwurf der Frau:
    ABF: Ausbildung > Berufseinstieg > Familiengründung > (Wiedereinstieg ?)

Staatliche Anreize:
Gestaffelte Steuerreduzierung in Abhängigkeit von der Kinderzahl (bei 3 Kindern sind Familien de facto steuerfrei), entspricht dem „Familiensplitting“.

Vorteile:
DAS Modell mit den höchsten (finanziellen) Anreizen zur Familiengründung,  deswegen: Doppelverdiener-Haushalt eine Option, kein „Zwang“

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[1] Bundeskabinettsbeschluss v. 26.06.1999
[2] Nach Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883 – 1931
[3] „Gelegenheit macht Liebe“ , M. L. Moeller. Hamburg, 2000
[4] In der Biologie hat sich die Ergänzung gegensätzlicher Immunsysteme als Modell mit den größten Abwehrkräften erwiesen.
[5] s.o.
[6] http://hans-joachim-maaz-stiftung.de/stiftung/projekte/elternschule/

[7] https://www.team-f.de/de/paar–und-ehebeziehung__41/
[8] Unterlagen dazu bei AGENS verfügbar
[9] pro gerichtlichen Arbeitstag

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