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Gender: Die gekaperte Uni. Ein Praxisbericht / Teil 1

von Pepe Liedtke-Börger

In der jüngsten Vergangenheit wurde endlos über das Thema Gender diskutiert. Für viele scheint es mittlerweile gegessen, für Gegner und Befürworter sind die Fronten geklärt.

Auf Facebook können die User mittlerweile zwischen sechzig Geschlechtern wählen. Andere Stimmen behaupten es gäbe sechsundsiebzig, oder gar eine unendlich große Anzahl an Geschlechtern. Vielleicht sind es aber auch nur drei: Männlich, weiblich und…. irgendwie anders. Was sagen denn eigentlich die Nachkommen der Gendertheoretiker? Ein Student berichtet:

Was mich als 22-jährigen Studenten der Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln nochmal dazu bewog, mich neu zu politisieren und mich hier nochmal dem Thema Gender widmen.

 

TEIL 1

Let’s explore the world of make-believe!

 

Gender als Wille und Vorstellung

Auch an einer Universität mit Antifa- sowie autonomen Lesben- und Schwulenreferaten, „Safe Spaces für transsexuelle Einhörner“ und „feministischen Cafés“ stellt eine Hochschule im postmodernen Deutschland im Jahr 2017 immer noch eine Welt dar, die täglich, geschlechterpolitisch gesehen, einen faszinierenden Blick auf Phänomene jenseits des Vorstellungsvermögens bietet.

Eins und eins ist sechsundsiebzig

So reagierte ich während einer Vorlesung auf die Äußerung eines Dozenten, dass die Annahme von Mann und Frau als einzige Geschlechter nicht mehr zweifelsfrei haltbar sei, mit der Frage, ob dies nicht unwissenschaftlich sei und an der Realität scheitere. Die Antwort des Dozenten auf meine Frage lautete überraschend, dass er mir keine Antwort auf diese Frage geben möchte, aufgrund einer Reaktion und möglichen Konsequenzen durch die Universitätsleitung. So viel zum Demokratieverständnis einer Ideologie, die mit Humanismus und  Toleranz wirbt, aber mit Repression und Unterdrückung antwortet.

Social Justice“ – Genderismus der jüngsten Stunde

Schlägt man heute als einfacher Student an einer der größten Universitäten in Deutschland, wie beispielsweise ich an der Universität zu Köln, die große Bibel des „Social Justice“ auf, entdeckt man wahrscheinlich mehr als den ganz normalen Wahnsinn der kultur-marxistischen Postmoderne des 21. Jahrhunderts.  Als ich erstmals als angehender Abiturient im Jahr 2011 das Thema „Gender“ für mich entdeckte, schien im Vergleich zu heute die Landschaft der „Political Correctness“ noch in Kinderschuhen zu stecken:

In einem Land vor unserem Binnensternchen

Staatsfeminismus, Antidiskriminierungsstellen, Positive Diskriminierung, Professorinnen-Programme, Frauenquoten, GleichstellungsbeauftragtInnen, MenschInnen ohne Binnensternchen und Radfahrkurse für FrauInnen mit Migrationshintergrund waren nur der Vorgeschmack einer Ideologie, die sich zunehmend immer weiter radikalisiert.

Tumblr. – Wo neue Geschlechter im Internet geboren werden

Mit dem derzeitigen Verstreichen des Jahres 2017 muss sich auch der letzte Jahrgang der Kinder der Neunziger sich (zumindest nach Personalausweis) dem Erwachsenwerden beugen. Diese Generation wurde das erste Mal in einer weit, weit entfernten Galaxie jenseits des Regenbogens entdeckt, in einer Welt namens „Tumblr“, wo neue Geschlechter geboren werden.

Snowflakes und Millenials

Die 68er-Elterngeneration atmet erleichtert auf, die ihren von Tumblr-Blogs geprägten genderfluiden Nachwuchs auf die deutschen Hochschulen los lässt. Gott sei Dank war während ihres gesamten bisherigen Lebens nur das Lehrpersonal für die geistige Reife der zukünftigen Akademikerinnen und Akademiker unseres Landes verantwortlich.

Die linksideologische Seifenblase

So lasen die Eltern ihren Kindern jeden Wunsch von den Augen ab, versäumten es jedoch, um das Selbstbewusstsein ihres Nachwuchses nicht zu schädigen, ihren Kindern zu erzählen dass ihre links-sektiererische Meinung leider nichts wert ist. „Generation Snowflake“ war geboren, die jeden Morgen mit derselben Frage aufwacht: „Wie kann ich heute das perfekte Opfer sein?“

Ohne jeglichen Plan vom Leben und ohne die Fähigkeit andere Meinungen als die eigene zu akzeptieren (was an einer Universität durchaus von Nutzen ist), ohne gleich in Tränen auszubrechen oder verbal oder körperlich agressiv zu werden, begannen sie eine akademische Laufbahn. Diese einzigartige Generation an „millenials“ benötigten unverzüglich Schutz vor der Realität und nicht-gendergerechten Meinungen („micro agressions“) in Form von Warnungen („trigger warnings“) und in Form von vor Andersdenkenden geschützten Räumen („safe spaces“).

So waren sie in der Lage ohne weitere Belästigungen der Realität ihre „Gender“-Zertifikate, ihre Master-Abschlüsse in Gender Studies und ihre Kurse in „Queer Poetry“ und lesbischer Tanzkunst zu absolvieren. Dies hat eine schwere sozioöknomische und gesellschaftliche Unterhöhlung unserer leistungsorientierten Wissenschafts- und Arbeitskultur durch eine Industrie kulturmarxistischer Zwangsideoligisierumg und einen aufgezwungenen Common Sense (Political Correctness) zur Folge.

Special Snowflake Syndrome“

Wenn sich heutzutage ein Mensch zu einer Gender-Identität bekennt, scheint dies in der veröffentlichten Meinung etwas vollkommen Selbstverständliches zu sein. Es scheint gesellschaftlich vollkommen akzeptiert und unverwerflich zu sein, sich mit nicht nachweisbaren Identitäten wie beispielsweise „Genderfluid“, „Genderqueer“, „Neutrois“, „Femme“ oder „Butch“ zu identifizieren und allgemeine und steuerfinanzierte Anerkennung zu verlangen, die auch noch bereitwillig gewährt wird.

Neue Geschlechter braucht das Land

Würde ich ihnen eröffnen, dass ich mich als „Helikopter“, also helisexuell orientiert identifiziere, würden Sie mir bestimmt eine Persönlichkeitsstörung und einen Aufenthalt in der Psychiatrie attestieren, begleitet von bösen Blicken von Gleichstellungsbeauftragten.

Wie wir gelernt haben ist beides gleich subjektiv. Oder kann man die Existenz einer Gender-Identität einer „Butch“ besser beweisen als die eines „Helikopters“?

Bitte vermeiden Sie bei der Umschreibung solcher Geistesgestörten das Adjektiv „behindert“, das diskriminiert nämlich Menschen mit geistiger und / oder körperlicher Behinderung, Menschen, die keine Schuld an ihrer Behinderung tragen. Der Neologismus „leftarded“ aus dem Englisch umschreibt dieses phänomen vielleicht besser.

Von “Frei-Sprech”, “Hass Sprech” und “Gender Sprech”

Damit nicht jetzt nicht die Gender-Ideologen wieder “Diskriminierung”, “Heteronormativität” oder “Transphobie” schreien, Ich bin ausdrücklich nicht der Meinung, dass es nicht möglich sein sollte sein biologisches Geschlecht ändern zu können. Die Frage des “ob” und “wie” bedarf einer ordentlichen, fairen, demokratischen und wissenschaftlichen Debatte und darf keinen ideologischen Verdikten oder Denk- und Sprachverboten unterliegen. Ein offensichtliches Problem in unserer heutigen Gesellschaft: Gefühle zuerst, Fakten später.

Gender Mainstreaming heißt nicht umsonst Gender Mainstreaming, es ist ideologisch so gewollt. Es ist nicht der “Mainstreaming”, also die vorherrschende gesellschaftspolitische, (sozial)kulturelle Meinung, sondern “Mainstreaming” also der Anspruch danach. Der Genderismus beansprucht von sich eine soziale Norm zu sein, also ein sozial definierte Regel, die in der Erwartungen der Akteure (also in diesem Falle der Bürger) als Geltungsanspruch vorhanden ist und deren Nichtbefolgen sanktioniert (also bestraft) werden kann.

Kommen  demnächst neben “Hate Speech”, also der Vorwurf von Hasskommentaren auch noch “Hate Facts” und “Think Crime”?

George Orwells Klassiker “1984” lässt grüßen.  Wissenschaft hat auch hat auch seine ethischen Grenzen, aber kümmert sich nicht um Gefühle, sie ist faktisch und basiert nicht auf Gefühlen. Wissenschaft muss wertfrei sein.

Und im Übrigen: Eine Phobie ist eine krankhafte Angst, die Tatsache, dass “Gender-Identitäten” nicht wissenschaftlich haltbar sind, ist keine “Transphobie”. Vorsicht vor ideologischer Sprache.

Das ewige Patriarchat

Die vom Feminismus flankierte Klagekultur des Genderismus überschlägt sich in ideologischen Dogmen:

Die biologischen Geschlechter seien lediglich ein soziales Konstrukt, ebenso sei jegliches Denken über Geschlechterunterschiede eine gesellschaftliche Konstruktion. Stattdessen gebe es eine endlose Anzahl von sogenannten Gender-Identitäten.

Frauen seien auch im 21. Jahrhundert noch das Opfer des bösen, alten, weißen, männlichen, heteronormativen Patriarchats.

Männer hätten daran, zur Nivellierung von Geschlechterrollen beizutragen, weil patriarchalische Strukturen ihnen traditionell mehr Macht und Einfluss in der Familie, am Arbeitsplatz und in der Politik einräumen. Dies sei auch der Grund, dass Frauen bei gleicher beruflicher Qualifikation angeblich deutlich weniger verdienen würden.

Auch werden Frauen angeblich negativ sanktioniert, wenn sie aus „weiblichen Rollenmustern“ ausbrächen (d.h. direkten) Führungsstil verfolgen und dass sie als „Rabenmütter“ bezeichnet werden würden, wenn sie trotz kleinen Kindern an ihrer Berufstätigkeit festhalten.

TEIL  2 Die These der sozialen Geschlechter

One Response to “Gender: Die gekaperte Uni. Ein Praxisbericht / Teil 1”

  1. Delventhal Anne sagt:

    Herzlichen Dank für dieses ausgezeichnete Statement!
    So ist es nicht nur die Sicht von uns „ Alten“ Gendergegnern, sondern der Bericht eines Studenten der jungen Generation. Danke für den Mut, den es heute dazu braucht.

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