Gendersprache: Aufruf zur Verweigerung

Da trat vor Jahren eine Ideologie mit dem Anspruch auf, durch eine Kunstsprache das Sprechen und Denken der Gesellschaft zu beeinflussen. Die Vertreter dieser Ideologie waren vorwiegend feministisch orientierte Gleichstellungsbeauftragtinnen öffentlicher (einschließlich kirchlicher!) Institutionen. Sie publizierten mit selbst definierter Zuständigkeit nebst Verbindlichkeitsanspruch “Sprachleitfäden” für Universitäten und öffentliche Verwaltungen. Da wurden Tatsachen geschaffen……

    • Und die Medien ? Sie schwiegen oder machten sich in internen Zirkeln lustig über grammatikalische Ungereimtheiten, wie z.B. „Mitglieder und Mitgliederinnen“, den sog. Genderstern oder das große Binnen-I. Es waren süffisant-satirische Texte  einiger Feuilletons, sie behandelten diese “geschlechtergerechte Sprache” jedoch augenscheinlich nur als temporäres Phänomen. Welch’ ein Irrtum. — Birgit Kelle schoss den Vogel ab: Ihr Buchtitel “Gender Gaga” /1/ fand den Weg in die Umgangssprache.
    • Und wo blieb die Wissenschaft? Die Linguisten, die Germanisten oder die Pädagogen? Fehlanzeige, mit einer Ausnahme: Tomas Kubelik analysierte in seinem Buch “Genug gegendert“/2/ erstmalig als Pädagoge die sprachlichen Aspekte der Gendersprache.
    • Und die Sprachpfleger? Die Deutsche Sprachwelt heftete im Lutherjahr Thesen gegen die Gendersprache an die Kirchentür der Schl0ßkirche zu Wittenberg…… Das blieb eine öffentlichkeitswirksame Ausnahme. Ansonsten  bemühten sich die Vereine – kaum wahrnehmbar in der Öffentlichkeit -, mit überwiegend pädagogischen Hinweisen auf Regelverletzungen durch die Gendersprache, so beispielsweise die 5 Grundthesen /3/  der AG Gendersprache des VDS (in Kooperation mit AGENS). Solche sachorientierten, ja gut gemeinten, Hinweise mussten in einer Sackgasse enden. Und so kam es denn auch:

Die “Genderista” reagierte nicht.
Im Gegenteil, sie forcierte dessen ungeachtet weitere Aktionen im Sinne eines “Marsches durch die Institutionen” /4/: So nutzte der Duden-Verlag sein Renommee (wer war der Auftraggeber?) und veröffentlichte das Werk “Richtig gendern”, der Rechtschreibrat prüft derzeit die “Freigabe” des Wortes “Genderstern” (auf Antrag des Landes Berlin) und eine Stadt nach der anderen “verordnet” gleichsam  die Gendersprache. Auch die mehrfachen Hinweise durch AGENS auf das “Gender Mainstreaming” – Programm, der eigentlichen Wurzel der Gendersprache, fanden nicht die erwünschte Öffentlichkeit.

Eine neue Denke war gefragt. Vielversprechender schien eine individuell orientierte Vorgehensweisen zu sein: die Idee einer gleichsam “Großen Verweigerung” war geboren. Sie stellt das handelnde Individuum in den Vordergrund, im Sinne eines öffentlichen Bekenntnisses. Vor diesem Hintergrund initiierten Frank Böckelmann und Eckhard Kuhla mit einer “Initiativgruppe Gendersprache” einen “Aufruf” als Basis für eine Petition an den deutschen Bundestag. Sie kontaktierten namhafte, bekannte Erstunterzeichner und gingen zu diesem Themenkomplex erstmals mit einem Aufruf ans Netz:

www.stop-gendersprache-jetzt.de

Bisher zeichneten weit über 30.000 Bürger diesen Aufruf – eine unvorstellbare Zahl! Sie wurde innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums mit einer kleinen Truppe von drei Mann erreicht. Die Aktion zeigt überdies das noch ausbaubare Empörungspotential in der Bürgerschaft für den Themenkomplex “Gender”…..
* * *
Wenige Tage nach der Freischaltung obigem Aufrufs folgte ein Aufruf des Vereins Deutsche Sprache (VDS) mit ähnlichem Anliegen. Unsere Einladung zum Mitmachen in der Initiativgruppe wurde abgelehnt. Unser Aufruf (getragen von der Eigeninitiative unabhängiger Akteure) richtet sich an die deutsch sprechende Gesamtbevölkerung und fordert ausdrücklich zur Verweigerung der Gendersprache auf. Der VDS – Ansatz dagegen appelliert mit medienaffinen Erstunterzeichnern an Politiker, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten – und das mit einer breit angelegten Infrastruktur. Deswegen konnte der Aufruf auch mehr Menschen erreichen: rund 60.000.
Die beiden Aufrufe gehen zwar zunächst unterschiedliche Wege, könnten aber sicherlich sich zu einem erklecklichen Empörungspotential entwickeln. Zu gegebener Zeit wäre es sinnvoll zu prüfen, ob eine Zusammenlegung beider Mitzeichnungen zu erzielen ist, um dann mit mehr als 100.000 Unterschriften möglichst bald eine Petition an den deutschen Bundestag zu richten.

In jedem Fall macht das Engagement beider Aufrufe deutlich, dass immer mehr Bürger es ablehnen, sprachlich bevormundet zu werden. Deswegen:
Sind Sie dabei? Wenn jeder Mitzeichner unserer Initiative eine weitere Person überzeugt ebenfalls mit zu zeichnen, dann wäre das eine großartige Unterstützung im Sinne der Erhaltung unserer Muttersprache, hier:
www.stop-gendersprache-jetzt.de

Links

/1/ http://gendergaga.de/  

/2/ https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID41967131.html

/3/ https://vds-ev.de/wp-content/uploads/2017/02/ag-gendersprache_5thesen.pdf

/4/ https://agensev.de/gender-marsch-durch-die-institutionen/

 

 

3 Responses to “Gendersprache: Aufruf zur Verweigerung”

  1. Lana Orlowski sagt:

    Das sehe ich auch so.

    Der Zwang zur “gendersensiblen” Sprache ist umgeschlagen in einen reaktionären Tonfall nach dem Motto:

    Wer nicht so denkt wie wir, so redet wie wir, so handelt wie wir, der wird gebrandmarkt.

    Hoffe, Die Aktion sammelt noch viele Stimmen.

  2. Sybille von Rüden sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    es wäre besser, wenn man nur eine Unterschriftenliste hätte; denn schon jetzt gibt es vermutlich Doppelungen – also Personen, die in beiden Listen unterschrieben haben.
    An Ihrer Aktion gefällt mir sehr gut, dass Sie alle Unterzeichner veröffentlichen und nicht nur die herausragenden Persönlichkeiten. Das passt zu Ihrer besonders aufrichtigen Haltung.

    Ich finde, dass der Aspekt “Zwang zur Gendersprache am Arbeitsplatz” – insbesondere im öffentlichen Dienst – gesellschaftsweit noch kaum thematisiert wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sybille von Rüden

    • E. Kuhla sagt:

      Vielen Dank für Ihren sehr hilfreichen Hinweis! Er entspricht auch dem undemokratischen “Verordnen” von oben – ohne dass man als Betroffener sich dagegen wehren kann. Wir werden diesen Hinweis in unseren Aktionen mit aufnehmen.

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