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Ein Appell gegen Rufmord (#metoo)

Anlässlich der Behauptungen von Charlotte Roche u.a. gegen Filmchef Professor Gebhard Henke setzen Agens und Cuncti ihren Aufruf gegen #metoo nun doch online.

Pressemeldungen zu diesem Vorfall: Tagesspiegel,  SüddeutscheN-TvDLF-Kultur

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Ein Appell gegen Rufmord

 

Die #metoo-Kampagne stellt ohne Zweifel einen Angriff auf grundlegende Menschenrechte dar. Verletzt wird nicht nur das Recht auf einen rechtsstaatlich legitimierten Prozess vor Gericht, sondern auch das dort sonst geltende Recht auf die Unschuldsvermutung.

Auch sonst als seriös geltende Medien greifen zu Methoden der sensationslüsternen Boulevardpresse, um die zunächst als Verdächtigungen beschriebene Behauptungen als eindeutige (die ZEIT: „erdrückende“) Beweise zu deuten, deren Würdigung eigentlich nur einem Richter zusteht.

Unabhängig von dem Wahrheitsgehalt der Vorwürfe, ist die #metoo-Kampagne gegen prominente Männer somit ein kollektiver Rückfall in längst überwunden geglaubte Formen der Diffamierung, Rufschädigung und Existenzvernichtung.

Das Recht eines Beschuldigten auf Gehör durch ein staatlich legitimiertes Gericht wird unterlaufen und damit die Institutionen der von der Gesellschaft errichteten, anerkannten und legitimierten Justiz durch eine selbsternannte Selbstjustiz verdrängt.

Diese Aushöhlung der Grundrechte wird zu einer Gefahr für den demokratischen Rechtsstaat, denn auch jedes beliebige Ressentiment oder Vorurteil kann sich dann – durch unabhängige und qualifizierte Instanzen des Justizsystems ungeprüft – als gesprochenes Recht darstellen.

Damit nehmen wir als Gesellschaft in Kauf, dass jeder ungeprüfte Verdacht die Vernichtung des Rufs und der Existenzgrundlage des jeweils massenmedial Beschuldigten bedeuten kann. Dies stellt eine Rückkehr zu Methoden des mittelalterlichen Prangers dar.

Wir, die Unterzeichnenden, rufen Sie auf, ihren Protest gegen diese mediale Verleumdung mit Ihrer Unterschrift zu dokumentieren und mit uns an die Öffentlichkeit, Medien und Politiker zu appellieren, zu zivilisierten, nämlich zu rechtsstaatlichen und respektvollen Formen der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten zurückzukehren.

Erstunterzeichner
Prof. Dr. Günter Buchholz Prof. Dr. Monika Frommel Prof. Dr. Ulrich Kutschera
Dr. Alexander Ulfig  Dr. habil. Wulf Krause

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