Männerpolitik – Kritik im "Spiegel"

„Zurücktreten, bitte“, so lautet der Titel des  SPIEGEL Essays (48/2012) von Ralf Neukirch.

Endlich. Ein mutiger Artikel, der – längst überfällig – mit Recht die jetzige frauenorientierte Männerpolitik kritisiert.  Die jetzige  Männerpolitik,  läßt keine öffentliche Debatte zu. Obwohl der Koalitionsvertrag von 2009   eine „eigenständige“ Männerpolitik vorsah, mutierte sie  im Frauenministerium zu einer  „gleichgestellten“, d.h. frauenorientierten Männerpolitik. Daraus wurde dann zusehends eine Gleichschaltung von Politik und Medien:  Die Lektorate und die Redaktionen lehnen in den meisten Fällen kritische Texte von Männern als „antifeministisch“ ab. Und auf Veranstaltungen  werden  nicht „gleichstellungsorientierte“  Referenten ausgebuht und diffamiert.  Aus dem „Zurücktreten, bitte“ könnte mit dem zitierfähigem Artikel ein „Einsteigen, bitte“ zu einem Neustart für eine ideologiefreie, neue Geschlechterdebatte werden.

Es folgen ausgewählte  Zitate. Zum Thema Geschlechterpolitik einige Beispiele für die praktizierte ex cathedra Geschlechterpolitik:

„Die Hoffnung – so eine BMFSFJ Studie  – man könne mit seinem Gehalt Frau und Kinder ernähren, sei Ausweis eines hegemonialen Männerbildes“ ……….. „Der Trick der Männerpolitik besteht nun darin, den Männern einzureden, dass sie eigentlich nicht mehr am Tisch der Macht sitzen wollen. Das Ziel der Geschlechterpolitik sei nicht nur, die Zahl der Männer in Führungspositionen zu verringern, sondern auch die Veränderung der individuellen Einstellung und Handlungsweisen von Männern/Jungen“

„Die Männer sollen begreifen, dass ihr ganzes Streben nach Geld und Einfluss nicht glücklich macht. Warum aber wollen dann die Frauen in Vorstandsetagen und politiksche Chefposten vordringen? Es ist paradox, die Hälfte des Kuchens für sich zu beanspruchen und gleichzeitig den Männern zu erklären, er schmecke nicht…“

Macht in den Händen von Frauen ist gut:

„Macht in den Händen von Männern ist böse, Macht in den Händen von Frauen ist gut. …..Frauen sind weniger hierarchiebesessen und streben mehr nach einer sinnvollen Aufgabe als nach Macht, mal als Chefin, mal im Team.“

Für die Gleichstellungspolitik gibt es Menschen, die gleicher als gleich sind:

„Kurioserweise aber dürfen nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden, und nur Frauen dürfen diese wählen. Selbstverständlich wird auch das Referat <Männerpolitik> im Familienministerium von einer Frau geleitet. So ist sichergestellt, dass sich die Gleichstellungsbeauftragten weiter um die Diskriminierung von Frauen kümmern, auch wenn das Gesetz ausdrücklich auf beide Geschlechter zielt.“

Und das hier ist DDR 2.0:

„In manchen Behörden ist es mittlerweile üblich, Bewerber auf ihre frauenpolitischen Positionen hin zu überprüfen. So sollte sich in Berlin ein Architekt, der im öffentlichen dienst arbeiten will, Gedanken über seine Haltung zur Frauenquote machen. Offenbar gelingen Schultoiletten und Turnhallen besser, wenn sie mit dem geschlechterpolitischen korrekten Bewusstseit gebaut werden“

Dem Schluss des Essays kann man(n)  nur zustimmen:

„Das <Bundesforum Männer>, das vom Familienministerium mitfinanziert wird, pflegt einen geschlechterdialogischen Ansatz in der Männerpolitik. Das heißt zum Beispiel, dass der Vorsitzende Martin Rosowski die Tatsache, dass eine Frau das Referat Männerpolitik im Familienministerium leitet, <leidenschaftlos> sieht. Dass mehr Mädchen Abitur machten, mehr Frauen einen Uni-Abschluss und noch dazu einen besseren als ihre Kommilitonen, <das ist noch kein Grund zum Wehklagen>, vertraute Rosowski der Wochenzeitung >Freitag> an. Schließlich landeten am Ende trotzdem mehr Männer in Führungspositionen.
Wenn das die Männerlobby ist, dann können auch weiterhin gleich die Frauen Männerpolitik machen. Oder man lässt die Männerpolitik am besten ganz bleiben…“

2 Responses to “Männerpolitik – Kritik im "Spiegel"”

  1. Paul sagt:

    Entweder irre ich mich oder ich habe in den Disputen um dieses Thema etwas überlesen.
    Ist es richtig, dass Frauen sich ausschliesslich für FÜHRUNGSPOSITIONEN interessieren? Das würde irgendwann bedeuten: 20 (oder je nach nach Wahl) Steuerleute und 1-2 Ruderer? Oder gibt es so sehr viele Führungsposten?

    Bisher habe ich es noch nicht mitbekommen, daß Frauen sich um die besser bezahlten Arbeitsplätze im Stahlwerk, im Gleisbau, im Bergbau, Hoch- Tiefbau oder dem Öl- und Gasgeschäft bemüht hätten, also um jene Arbeitsplätze, an denen DAS GELD verdient wird welches Männer oft mehr haben- natürlich bei entsprechenden Überstunden. Aber vielleicht liegt es an den raren Teilzeitjobs in diesen Gewerken, vielleicht aber einfach nur am Dreck?
    Also- saubere Hände, Teilzeitjob, mehr Geld als die Kerle und täglich „kluge“ Anweisungen geben- DAS wäre ein Job der jedem gefallen würde; sogar Männern.

  2. H.G. sagt:

    Das wäre doch eine sinnvolle Aufgabe für Agens, die Gleichstellungsmaßnahmen großer Arbeitgeber zu dokumentieren, solcher, die das Bundesforum Männer oder andere Frauenförderorganisationen unterstützen, aber auch darüber hinaus. Viele der Firmen geben mit ihren Gleichstellungsverdiensten selber an, z.B. Frauen bevorzugt einzustellen oder zu befördern, das braucht man nur abzuschreiben, das wäre schon mal eine qualitative Information aus erster Hand. Ggf. bittet man noch zusätzlich die Firmen direkt (getarnt als Praktikantin bei der Emma) um eine quantitative Auskunft, z.B. x% der weiblichen Bewerbungen eingestellt, y% der männlichen, x >> y, also gutes Gewissen, Lob von der Gleichstellungsbeauftragten (bzw. einfach mal in deren Erfolgsbericht hineinsehen, sofern öffentlich).
    Man muß auch nicht alles selber machen, ggf. bekommt man alles wichtige von Aktionen wie dem Frauen-Karriere-Index (http://www.frauen-karriere-index.de) frei Haus geliefert.

    Auf einer separaten Webseite würde man die exakt gleichen Daten noch einmal veröffentlichen, diesmal adressiert an Männer mit der Überschrift „Arbeitgeber, bei denen man(n) sich besser nicht bewirbt“. Praktischerweise sortiert nach einem Männer-Diskriminierungs-Index.