Gender Macht und Sprache – eine Satire

  • Oder: wie man so in der gendergerechten Moderne politisch korrekt kommuniziert –

Auch du, lieber Bürger, wirst die 62 Geschlechter und Pronomen auswendig lernen, mit der gleichen Sorgfalt und Demut wirst du sie studieren, wie einst Mönche und Ministranten die Taten und Worte der Heiligen studierten. Denn hier spricht dein politisch korrekter1, gendersensibler Sprachgott. Auf das du erzittern mögest, dich meinem Befehl zu widersetzen, angesichts der Strafen, die deinen lästerlichen Leib erwarten, solltest du meinen Wünschen widersprechen. 

Armer weißer Mann
Ihnen ist folgende Situation vielleicht auch schon einmal passiert. Sie sitzen als cis- heterosexueller weißer Mann2 im Wartezimmer oder öffnen einen Brief, und beim Aufrufen oder der Anrede werden Sie aus Versehen mit „Frau“ angesprochen. Es folgt der Schock. Sie sind schwerstens traumatisiert. Sie sind innerlich zerrüttet. Ihre heile Welt bricht zusammen und Sie würden sich gerne in Ihren lokalen patriarchalen3 Safe Space4 flüchten. Aber Sie verdienen keinen Funken Mitleid, denn Sie haben das Unheil über sich selbst gebracht. Auch wenn Sie sich als weiße, männliche Cis-Hete5, ausnahmsweise auch einmal gerne diskriminiert fühlen wollen.
Wie haben Sie tatsächlich reagiert? Amüsiert, überrascht, vielleicht war es Ihnen auch peinlich, wenn dies in der Öffentlichkeit passierte. Aber höchstwahrscheinlich blieb der Mental breakdown (Zustand, von einer Art seelischen Schmerzes überwältigt zu sein) aus. Warum? Und warum lässt sich annehmen, dass Sie dieses Szenario tendenziell anders empfunden hätten, wenn Sie ein Fruchttörtchen6 der Fraktion Special Snowflake7 wären?

„Did you just assume my Gender?“ 
Als cis-heterosexuelle Person5 werden Sie sich kaum einer Sache so sicher sein wie Ihrer Zugehörigkeit zum Geschlecht Mann oder Frau. Ob jemand Ihnen das streitig macht oder nicht kann Ihnen schlichtweg egal sein.
Wenn Sie in einen Kindergarten gehen, dann halten Sie es hier auch wohl kaum für notwendig klarzustellen, dass Sie schneller laufen können als alle Kinder. Eine solche Aussage würde peinlich grotesk erscheinen, eben weil sie so offensichtlich ist und selbst wenn die Kinder etwas anderes behaupten was interessiert euch schon die Meinung von Vierjährigen.
Ich vermute jedoch, dass dieselbe Konfrontation in unserem anfänglichen Szenario bei Personen mit Genderidentität8 nicht mit so viel Gelassenheit begegnet werden würde. Ist das nur Diskriminierung unserer heteronormativen9Gesellschaft oder vielleicht doch das Scheitern postmodernen Wunschdenkens an der Realität?

„Die Cis-Scum“
Warum sollte auf sprachlichen Regeln verzichtet werden, die aus abstrakten Vernunftprinzipien und biologischen Kriterien abgeleitet werden? Also zum Beispiel die Konvention, dass jeder mit dem Pronomen angesprochen wird, welches seinem biologischen Geschlecht entspricht. Die links-autoritären Genderisten10 werfen anderen vor durch Sprache macht ausüben und sichern zu wollen, framen11 allerdings die durch sie verfolgte, links-autoritäre Agenda als Akt im Sinne der Gerechtigkeit. Wenn Macht12auch die Macht gibt Sprache zu formen, ist die Möglichkeit Sprache zu formen ein Indikator für den Besitz von Macht. Aber um diese Tatsache zu verschleiern wird diese Macht der Genderisten als revolutionärer Akt der Machtlosen geframet. Sprache wird nicht nur neu definiert, wie beispielsweise eine anti-weiße Rassismus-Definition13 und der paradoxe Klassiker der Positiven Diskriminierung14. Hinzu kommt auch Politische Korrektheit, der Versuch der einseitigen Einforderung von Standards und Vorteilen, insbesondere auf juristischer und politischer Ebene. In der Manier von medialer Kriegsvorbereitung versehen die Genderisten ihre Feindbilder mit negativen Attributen, als Beleidigung gemeinte Bezeichnungen oder verwenden sie gleich als Synonym des superlativen Übels und Bösen: „Weißes Patriarchat“, „toxische Männlichkeit“, „Almans“, „Bio-Deutsche“, „Cis-Scum“, „Nicht-Migranten“.

Social Justice                                            
Strategisches Kernelement des Genderismus sind: Erstens, sich wider aller offensichtlichen Beweise zum Gegenteil nach wie vor als den Unterdrückten zu porträtieren. Und zweitens, den eigenen Machthunger durch ein legitimierendes Prinzip rechtfertigen. Heutzutage wird so etwas dann „Geschlechtergerechtigkeit15 oder „soziale Gerechtigkeit16, eben irgendeine Form der Gerechtigkeit. Denn zu der kann man nicht in Opposition stehen, ohne damit per Definition zum Ungerechten, das heißt zum bösen Menschen zu werden. Und Gott bewahre uns davor, dass wir das sein wollen.

Patriarchy
Es kann nicht wahr sein, was im linken Weltbild nicht wahr sein darf.
Dies führt mitunter zu fatalen Kettenreaktionen. Das Dogma der Unterschiedslosigkeit zwischen Mann und Frau führt dazu, dass – der Vernunft zu wieder – sich beispielsweise eine soziologische und psychologische Erklärung von Gehaltsunterschieden zwischen Mann und Frau dogmatisch verbietet, trotz des Heerlagers an sozialpsychologischen Geschwätz-Wissenschaftlern.
Stattdessen muss am gescheiterten Karriereeinstieg einer Frau selbstverständlichen das Patriarchat in Form des chauvinistischen Chefs schuld sein, der noch lachend auf das Bewerbungsfoto der jungen Bewerberin ejakuliert, bevor die Bewerbungsmappe endgültig im Papierkorb landet.

Anwält*Innen des Underdogs
Gebetsmühlenartig werden immer die gleichen Narrative wiederholt.
Von Heteronormativität und der patriarchalen Verschwörung gegen die Frauen bis hin zur gläsernen Decke17 und zum Gender Pay Gap18. Sicherlich mögen sie davon überzeugt sein, aber ich behaupte eben, dass sie nicht deshalb davon überzeugt sind, weil irgendeine vermeintlich neutrale Analyse sie dahin gebracht hätte, sondern weil ihnen diese Ihnen eine Option bietet, an Macht zu gelangen und darum dreht sich die ganze Welt. Ob man Leute mit Repression in die gewünschte politische Richtung lenkt, ihnen Schuldgefühle einredet oder versucht die Sprache zu ändern, in der letztendlichen Motivation besteht da nicht so viel Unterschied auch wenn es natürlich zum guten Ton gehört, zu behaupten, es gäbe einen.

Think Crime
Fragte man mich zum Beispiel, ob man eine trans-geschlechtlichen Person mit ihrem Geburtsnamen oder dem von besagter Person bevorzugten ansprechen sollte,dann würde ich für eine Entscheidung nicht nach dem fragen, was diese Person selbst möchte, nicht als erstes jedenfalls. Und ich mache das auch nicht von ihrem Geburtsgeschlecht fest, denn all dies engt nur meinen eigenen Handlungsspielraum ein. Wie ich diese Person anspreche, das werde ich einfach danach entscheiden wie sehr ich mein gegenüber respektiere. Sollte es der Fall sein, dass eine Umwandlung so makellos gelungen ist, dass ich kein Unterschied mehr wahrnehmen kann zur Klasse der natürlich geborenen Männer oder Frauen, so wäre ich überboten im Spiel des Lebens und auf eine sehr natürliche Weise hätte sich die Person, der das gelungen ist, dass Privileg des von ihr bevorzugten Pronomens es verdient. Schafft sie dieses Kunststück aber nicht und kann sie keinen hinreichenden institutionellen Zwang gegen mich aufbauen, dann wird sie das Knie beugen und mich darum bitten ihre Identität anzuerkennen und ich werde es mir überlegen aufgrund von Charakteristiken, die ich selbst wertschätze und es wird nicht leicht sein hier zu punkten. Schließlich findet auch Höflichkeit ihren Ursprung in den Fragen der Macht.
Mir scheint, die Grundannahme, Frauen verfolgten per se ein gemeinsames Interesse, führt dazu, dass der Keil, der politisch zwischen Männer und Frauen getrieben wird, noch tiefer dringt, sobald man diesen Kampf einmal aufnimmt, sodass ein Widerstand gegen die progressive Ideologie das Risiko birgt, dass die Geschlechter sich ganz im Sinne einer feministischen Programmatik tatsächlich mehr als konkurrierende Blöcke denn als Partner auf den Weg des Lebens begreifen könnten, was mir doch wenig erstrebenswert erscheint.

Fußnoten, Definitionen
1) Politische Korrektheit: Einseitige, moralisierende Einforderung von Standards durch den linken Mainstream (zur Erlangung von Vorteilen und Privilegien) zu Gunsten von angeblich diskriminierten Minderheiten.
2) Cis-heterosexueller weißer Mann: Biologischer Mann europider Herkunft mit erotischen Vorlieben für biologische Frauen.
3) Patriarchat: Eine nicht existierende Einheit, die von Frauen als Sündenbock benutzt wird, wenn es keine andere Person gibt, die die Schuld trägt als sie selbst.
4) Safe Space: Ein Ort (auf einem Campus), an dem sich progressiv Jugendliche / Studenten – zumeist Schneeflocken – zurückziehen, wenn sie mit Ideen konfrontiert werden, die dem linken Narrativ widersprechen. Nicht-linke Ideen und Äußerungen werden hier durch die PC-Sprachpolizei zensiert.
5)Cis-Hetero“ ist ein Begriff, den Mitglieder der LGBTQ+ Community verwenden, um sich über heterosexuelle Menschen, also normale Menschen lustig zu machen.
Hetero“ beschreibt eine Person, die sich sexuell von einem Menschen des anderen Geschlechts angezogen fühlt.
Cis“ hingegen beschreibt einen Mann oder eine Frau, deren Genderidentität mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt gegeben wurde. Über 95 Prozent der Neugeborenen kommen als heterosexuell veranlagte Männer und heterosexuell veranlagte Frauen zur Welt, mehr als 99,9 Prozent der Menschen sind biologische Männer und Frauen.
Die „Cis Scum“ beschreibt einen Gewaltaufruf (von Personen der LGTBQ+-Community) gegen Menschen, deren gefühltes Geschlecht mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmt („Cis“) – häufig hervorgerufen durch Gefühle von tiefster Verachtung, oder durch das ohnmächtige Gefühl physischer Unterlegenheit, sowie der Überzeugung, alleine zu Aggression berechtigt zu sein.
6) Fruchttörtchen: Jemand, der völlig verrückt ist.
7) Special Snowflake: Aufmerksamkeitssüchtige, infantile und narzisstische Person in einer progressiven Subkultur, die stets eine Sonderbehandlung verlangt.
8) Genderidentität: Subjektive Identifikation mit einem Geschlecht oder einer erotischen Vorliebe , die sich von dem biologischen Geschlecht der betroffenen Person unterscheidet.
9) Heteronormativität: Wenn politische Korrektheit so weit geht, die natürliche Ordnung der Familie und der Beziehung zwischen Mann und Frau als Unterdrückung zu werten.
10) Genderismus: Systematische, progressive Egalisierungs- und Identitätspolitik zugunsten angeblich diskriminierter Minderheiten.
11) Framing: Beeinflussung kollektiven, politischen Sprechen und Denkens durch eine ideologische, manipulative, moralische Einrahmung eines Sachverhalts, ohne die Grundinformation zu ändern.
12) Macht: Jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht .
13) Anti-weiße Rassismus-Definition: Weiße könnten per se keine Opfer von Rassismus sein.
14) Positiven Diskriminierung: Verfassungswidrige Bevorzugung bestimmter Gruppen gegenüber anderer Gruppen.
15) Soziale Gerechtigkeit: Gerechtigkeitsvorstellung auf Grundlage von Ergebnisgleichheit, Kulturmarxismus und Bolschewismus.
16) Geschlechtergerechtigkeit: Einseitige Einforderung von Standards (zur Erlangung von Vorteilen und Privilegien) zu Gunsten von Frauen.
17) Gläsernen Decke: Erschwerte Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten für Frauen aufgrund einer angebliche Diskriminierung.
18) Gender Pay Gap: Der Glaube, dass es einen Unterschied in den Gehälter gibt, die zwischen Männern und Frauen für denselben Job bezahlt werden, unter Nicht-Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren.

Alles klar?

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