„Individuelle Freiheit oder kollektivistischer Feminismus“

www.maennlichkeit-leben.de/images/X-200807060...von Prof. Dr. Gerhard Amendt (Gründer des Instituts für Geschlechter und Generationenforschung der Universität Bremen)

 

 

Wer allen Ernstes glaubt, dass die Fortsetzung der Frauenbewegung der institutionalisierte Feminismus gewesen sei, der muss nicht minder verwegen behaupten, dass die kommunistischen Zirkel der 70er Jahre die Weiterentwicklung der 68er Bewegung gewesen seien. Beide sind vielmehr Auflösungserscheinungen der damaligen Studentenbewegung. Was feministische und kommunistische Zirkelbildung im Kern unterschied, war die aufklärerische Überzeugung der 68er, dass Männer und Frauen unbesehen ihrer sozialen Klassenzugehörigkeit individuell und zugleich gemeinsam ihr Konflikte lösen können.

Von dieser Vorstellung hat der Feminismus nichts wissen wollen. Er hält es für ausgeschlossen, dass Frauen sich aus problemreichen Lebensverhältnissen ohne fremde Hilfe befreien könnten. Er entwarf einen facettenreichen Opferdschungel, der jede Hoffnung auf individuelle Veränderung unmöglich erscheinen ließ. Vom anspruchsvollen Weg der Aufklärung fiel er zurück in die autoritäre Erlösung der Massen durch besserwisserische Eliten. An die Stelle der Welterlösung unter roten Fahnen trat im Feminismus das Banner des Hasses gegen alles Männliche, das alle Frauen vereinigen sollte.  Weiter…

2 Responses to “„Individuelle Freiheit oder kollektivistischer Feminismus“”

  1. Chris sagt:

    Ein interessanter Beitrag hinter den ich mich nach einem ersten, flüchtigen durchfliegen stellen kann. Mit großem Interesse warte ich dann auf die Veröffentlichung der Folgestudie, die in der pdf erwähnt wird.

    • Klöppel sagt:

      Grundsätzlich stimme ich mit Prof. Amendt überein. Allerdings bedaure ich den Stil; denn was vermutlich der Aufklärung, der Exaktheit und Klarheit, dienen sollte, ist leider oft in aggressive Formulierung abgeglitten. (Bezüglich der Vergleiche mit der kommunistischen Bewegung weiß ich zu wenig, kann ich nichts sagen.)

      Was der Autor beschreibt, findet sich nicht allein im Gender Mainstreaming. Besserwisserei, gut gemeinte Entmündigung und Zwangsbeglückung finden sich in vielen Bereichen, siehe nur die vielen Alimentierungen durch die verschiedensten staatlichen Stellen; siehe das Gesundheitswesen, usw. Das Problem ist in der Tat die Zunahme der generellen Entmündigung der Menschen, UND daß diese es auch zulassen. Denn wer nach der Hilfe von „Vater Staat“ ruft, vermittelt doch damit, ein unmündiges Kind zu sein. Und natürlich ist dieses, unbewußt oder gar bewußt, durch den Staat gefördert worden. Denn unmündige Kinder, die am Tropf hängen, kann man besser lenken und steuern, wohin man will. Nicht umsonst sehen z. B. viele Menschen sich im Staat allein als Stimmvieh. Das heißt, hier ist jeder gefragt! Doch, so hörte ich einmal in einer pointierten Überzeichnung: Man kann sich bemühen, das Gute in der Welt durchzusetzen; und man kann sich bemühen, ein guter Mensch zu sein; beides widerspricht einander.

      Die absolute Perversion des Gender Mainstreamings ist wohl das, was Catherine Hakim sagt. Als ich das las, wurde mir übel. Ich frage allen Ernstes: Wie kann ich einen Mann noch als Partner schätzen, wenn ich ihn ausnutze, demütige, ihn letztendlich zur Prostitution zwinge? Die Psychologie meint, daß in einer Partnerschaft alles erlaubt ist, sofern beide damit einverstanden sind. Wer also in der Art von Frau Hakim „gestrickt“ ist, wird sicher auch das entsprechende Gegenstück finden. Meine Wahl wäre es jedenfalls nicht.

      Zum Thema selber möchte ich hier eigene Erfahrungen einstellen, die, wie ich glaube, in vielem selbstredend sind.

      Vor etlichen Jahren befaßte ich mich mit dem Thema. Damals las ich die Thesen von Alice Schwarzer und fand, sie hatte recht. Dann las ich das Buch von Esther Vilar, „Der dressierte Mann,“ und fand auch bei ihr, sie habe recht. Doch beides widersprach einander; und ich konnte mich nicht entscheiden, wer nun recht haben sollte. Irgendwann vergaß ich diese Fragestellung. Und irgendwann erfuhr ich von einem Buch, geschrieben von einem Mann für Männer. Da ich Männer besser verstehen wollte, kaufte ich es mir. Darin schreibt der Autor z. B. – sinngemäß: Männer ziehen in den Krieg. Bei der Feuerwehr gehen nur Männer hin, wenn es brenzlig wird. Beim Kampfmittelräumdienst sind nur Männer beschäftigt. Und wenn ein Schiff untergeht, gehen zuerst Frauen und Kinder ins Rettungsboot. Und er fragt dann: Sind Männer eigentlich Menschen zweiter Klasse? – Und nun das Bemerkenswerte; und es kommt von einem Mann! Er sagt nämlich, es ist nicht das andere Geschlecht, das uns diese Rollen aufbürdet, sondern es ist die Gesellschaft, die ihr eigenes Überleben damit sichert. Für mich war es also ein Mann, der diesen Konflikt in mir auflöste und das in ganz liebevoller Art!

      Ferner: Wenn ein Junge oder ein Mädchen todkrank ist und alles auf der Kippe steht, gibt man einem Mädchen die größere Chance, weil es robuster ist. Das sind Fakten!

      Dummheit in meinen Augen ist, nur die Stärke der jeweils anderen Seite zu neiden oder gar auf sie einzuprügeln. Wie AGENS richtig meint: Gemeinsam sind wir stärker.

      Im Idealfall nämlich – psychologisch gesprochen – haben wir männliche und weibliche Anteile ausgewogen ins uns. Das Männliche ist die Kraft, die sich z. B. durchsetzt. Das brauchen auch Frauen. Das Weibliche, ist z. B. das Verbindende und Empfangende. Das brauchen auch Männer. (Die Aufzählung hier, was weiblich und was männlich ist, ist keineswegs komplett!) In der Überzeichnung gerät der Mann im Autonomiestreben in die Isolation. Bei der Frau führt das Verbindende in der Überzeichnung in eine Art Gefühlsmatsch, wo Ich und Du, wo Mein und Dein nicht mehr getrennt werden. Beide Bereiche, nämlich männlich und weiblich, werden übrigens im Yin-und-Yang-Zeichen symbolisiert. Das Entscheidende ist, daß der Mann seine weiblichen Anteile für seinen Weg als Mann nutzt, also das Weibliche in ihm dem Männlichen dient. Ebenso sollten die männlichen Anteile in einer Frau dem Weiblichen dienen. Also ist das Entscheidende letztendlich, welche Anteile sozusagen „das Sagen haben.“

      Noch zu mir: Wie schon hier an anderer Stelle gesagt, führte ich zwanzig Jahre einen Malerbetrieb, habe also in dieser Männerwelt gelebt und offensichtlich überlebt. Damals war ich auch die erste Frau, die in den erweiterten Vorstand der Malerinnung gewählt wurde. Als man mir das Amt antrug, war meine erste Frage, ob es wegen mir als Person sei oder weil ich eine Frau (also Einstieg in die Quote) bin.