Quotensünden und Quotenkampf

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Ort des Geschehens: Rathaus Euskirchen. Es folgt kein Aprilscherz, aber ein seltsames Amtsverständnis einer Frauenbeauftragten. Hier die Meldung und ein Kommentar der FAZ:

Wir wissen nicht, was genau die Frauenbeauftragte von Euskirchen angestellt hat, dass die Feuerwehr so kurz vor Weihnachten die Bürotür aufbrechen musste, um ihr durch den ersten Beigeordneten und einen Begleiter die fristlose Kündigung auszuhändigen. Das zu klären wird Sache des Amtsgerichts Bonn sein. Was wir aber sicher wissen ist zweierlei: Erstens halten wir Verbarrikadierungen im Dienstzimmer als Mittel von Gleichstellungsbemühungen für ungeeignet, und zweitens kann es so nicht weitergehen mit der Geschlechtergerechtigkeit.

Mit dieser Meldung schließt die FAZ den Bogen dann zum Quotenkampf und den Quotensünden im deutschen Forschungsgeschehen:

Drei Jahre nach der Einführung der Flexi-Quotenoffensive durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, nach der reihenweisen Berufung von Frauenbeauftragten in Gruppensitzungen und der namentlichen Zurschaustellung von echten oder unechten Quotenfrauen auf Vortragsfolien bricht sich eine rasende Ungeduld Bahn. Wenn es so weitergeht, glaubt die Grüne Krista Sager, dauert es mit der Gleichstellung noch bis zum Ende dieses Jahrhunderts. So lange können und wollen wir mit der Quotensünde nicht leben… Deshalb sollten die Länder ihre Souveränität in Bildungsfragen endlich am Zopfe packen und das Hochschulpatriarchat außer Kraft setzen.
Konkret könnte das heißen: Die nächsten fünf Studienjahrgänge dürfen ausschließlich von Abiturientinnen besetzt werden, in Bruderschaften wird das Tragen von Röcken verbrieftes Recht, und jede der jungen Damen, die über den Bachelor hinaus eine akademische Laufbahn anstrebt, erhält eine Beamtenstelle sowie bis zum Abschluß der Promotion die uneingeschränkte Plagiierungserlaubnis. Man muss ja endlich was lernen aus diesem verkorksten Jahr der falschen Doktoren.

Diese herrliche Glosse stand im „Naturwissenschaft und Technik“ Teil der FAZ Ausgabe vom 21.12.2011.

2 Responses to “Quotensünden und Quotenkampf”

  1. Hartmut Kock sagt:

    Hoffentlich wird der deutsche Mann in allen Gesellschaftstschichten endlich wach und setzt diesem Blödsinn mit den Quotenfrauen etwas entgegen. Diese Glosse ist ein vielversprechender Anfang.
    Um in dem Thema zu bleiben, wenn man(n) nach dreizig Jahren Frauenförderung einmal die engereichten Patente (hier hilft keine Quote) nach Geschlechtern vergleicht (Männer 92% Frauen 8%, ) drängt sich die Frage nach der Nützlichkeit dieser Förderung auf..
    Ein glückliches Jahr für alle Menschen die ihren Erfolg durch Leistung errungen haben:
    In dem Sinn
    Hartmut Kock

    • RK sagt:

      Haben Sie recht herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Die Uninformiertheit der Bürger ist politisch gewollt. Hier wird 2012 verstärkt von unserer Seite Aufklärung betrieben. Ihnen einen frohen Start ins Neue Jahr