Die Genderfibel

Gender-Sprache – ist das Thema nicht längst erledigt und ausdiskutiert? Jetzt, da selbst die altehrwürdige Duden-Gesellschaft beschlossen hat, sich dem „Gendern“ (ein neues Verb!) zu verschreiben und etwa von „Gästen und Gästinnen“, aber selbst von Bösewichten und „Bösewichtinnen“ spricht. Gendern, tun das nicht längst alle „Studierenden“, die man früher noch Studenten nannte, an den Universitäten in ihren Semesterarbeiten, um jetzt geschlechtersensibel zu schreiben?

Hört man es denn nicht bis in die Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Sender gar als künstlich eingefügte Sprechpause im Fernsehen und im Radio, lesen wir nicht auf immer mehr Internetseiten verschiedener Medien neue Formulierungen und sehen neue Schreibweisen? Je mehr sich Gender-Sprache verbreitet, umso mehr Menschen lässt sie ratlos zurück, denn den wenigsten ist die Idee hinter diesem neuen Sprachgebrauch bekannt.

Gender ist nicht auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau aus, sondern auf die Abschaffung der Kategorie Geschlecht. Ein ganzer Kulturraum wird nun sprachlich überrollt von der Forderung feministischer Gruppen, aber auch von den unzähligen Splittergruppen neuer sexueller Identitäten, die Mehrheit müsse das Sprechen und Schreiben jetzt der Gefühlslage von überempfindlichen Minderheiten anpassen.

Sprache prägt das Denken
Sprache prägt das Denken, entsprechend haben Ideologien schon immer versucht, Sprache zu lenken, Worte zu verbieten, Begriffe neu zu prägen. Das „Neusprech“ – eine böse Vorahnung des Autors George Orwell in seinem düsteren Roman „1984“ – ist damit längst Teil eines akademischen Diskurses geworden, der jetzt sogar nach der Lebensrealität und den Sprachgewohnheiten von Millionen Menschen greift. Wer politisch eine neue Welt – oder wie die Gender-Ideologen es verfolgen: einen neuen Menschen will – muss alles Bisherige zerstören, und die dazugehörigen Begriffe auch.

Wer Geschlecht abseits von Biologie nur noch als frei wählbare Selbstbestimmung verstanden wissen will, und das ist der ideologische Bodensatz der Gender-Sprache, macht dann aus der Mutter die „gebärende Person“, um ihre Weiblichkeit nicht mehr zu benennen und auch andere „Geschlechter“ zumindest sprachlich zu Müttern machen zu können.

Aus Familie und Vater-Mutter-Kind wird dann „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ oder auch 4 und 5, je nachdem, wer sich selbst plötzlich als Teil der Familie oder gar als Zuständiger für das Kind fühlen will.

Sprache soll alle mitnehmen
Die gängige Begründung jener, die Gendersprache fordern, speist sich aus der Behauptung, die deutsche Sprache diskriminiere sowohl die Frau als auch die neue „Vielfalt“ der Geschlechter, deswegen müsse man die Frau und die Geschlechtervielfalt in der Sprache sichtbar und hörbar machen. Die deutsche Grammatik wird als männlich dominant „empfunden“, deswegen fällt sie gerade auch neuen Formulierungen zum Opfer. Im Ergebnis steht vor allem der grammatikalische Plural mit dem sogenannten generischen Maskulinum (Piloten, Ärzte, Bäcker, etc.) stark unter Verdacht, die Frau auszugrenzen.

Die Forderung ist also klar: Sprache soll alle mitnehmen, niemanden zurücklassen, sie soll keinen verletzen und immer „inklusiv“ sein, also alle Menschen einschließen und sichtbar machen. Jeder soll sich wiederfinden in den Schreibweisen und nicht nur „mitgemeint“ sein, so die gängigen, offiziellen Begründungen für das absichtliche Umformulieren nach neuen, gleichstellungspolitischen Maßstäben, deren Richtlinien, keiner kennt, weil sie willkürlich von einer Handvoll Aktivisten ersonnen und dazu auch noch ständig verändert werden.

Doch obwohl ständig „gerechte“ und „achtsame“ aber gerne auch „inklusive“ Sprache gefordert wird, entwickeln sich die Verlautbarungen aus Ministerien und Behörden, aus Gleichstellungsbüros, aber auch aus journalistischen Redaktionen und nicht zuletzt die Begriffe und Formeln in den Forderungen von LGBTTIQ (hinten nachschlagen!)-Aktivisten zu einem verklausulierten Geheimcode, den nur noch jene verstehen, die diese Begriffe wie ein Mantra wiederholen, oder die offenbar mehrere Gendersprachseminare zur Erringung eines „Genderzertifikates“ erfolgreich absolviert haben.

Methoden der Umsetzung
Das sprachliche Gendern hat seine ideologische Wurzel in der Bestrebung, die natürliche Kategorie Geschlecht grundsätzlich in Frage zu stellen und findet sich bei der Sprache in vier unterschiedlichen Methoden umgesetzt, wobei sowohl die Betonung als auch die Eliminierung erkennbarer Geschlechterzuordnungen praktiziert wird:

  1. Zum Ersten begegnet einem Gendersprache im Alltag neuerdings als gut erkennbare orthografische Verunstaltung von Worten durch Sterne, Striche, Doppelpunkte und sonstige Einfügungen, da selbst die Vertreter (und sicher auch die Vertreterinnen von Gendersprache) sich auch untereinander nicht einig sind, wie Gendersprache denn nun „richtig“ formuliert werden soll. Das Sammelsurium kurioser Schreibweisen zeigt uns also den Gender*Stern mitten im Wort, aber auch das große Binnen-I, der FeministInnen, den Gender_Gap als Unterstrich-Platzhalter für ganz viel Vielfalt als Schreibvariante oder auch den Doppelpunkt bei den Sprachakrobat:Innen. Gerne genommen wird aber auch die Kombination aus Sternen und den großen „I“s der Gendersprecher*Innen, wenn sie nicht gleich ganz zu „Gendersprechenden“ geworden sind. Man sieht: Je weiter die Zeit voranschreitet, umso mehr Schreibvarianten, vermeintliche Regeln, Striche, Punkte und Sonderzeichen tauchen auf. Alle Schreibweisen haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie sind freie Erfindungen einer Minderheit, die der Mehrheit der Bevölkerung eine neue Sprechweise aufdrängen will. Genauso gut könnte man bunte Blumen oder Emojis mitten in die Worte setzen, man mag es kaum aussprechen, um niemanden auf neue Gedanken zu bringen.
  2. Zum Zweiten werden Begriffe, die als „stereotyp“ oder „sexistisch“, gerne auch als „rechts“ oder „rassistisch“ gebrandmarkt werden ganz aus dem Sprachgebrauch getilgt. Einzelne Begriffe oder auch Redewendungen werden nicht bloß umformuliert, sondern gar ganz vermieden, weil sie auf der Gender-Opfer-Skala ebenfalls als verletzend oder gar beleidigend eingestuft und gebrandmarkt werden. Das betrifft den „Alten Hasen“ genauso wie den „Fachmann“, das „Mauerblümchen“, die „Milchmädchenrechnung“, oder gar die „Mannschaft“, weil die alte Häsin, die Fachfrau und die Frauschaft nicht sichtbar sind und sich zudem auch noch unschön anhören. Wenn niemand sprachlich ausgegrenzt sein soll, müssen manche Begriffe entsprechend sterben, frei nach der kindlichen Logik: Was nicht mehr ausgesprochen wird, existiert auch nicht.
  3. Zum Dritten füllt man gut bekannte und bislang klar definierte Begriffe wie eine Wundertüte mit immer neuen Inhalten, um sie von innen her zu verändern. Man behält also den Begriff, verändert aber den Inhalt. Im übertragenen Sinne, kann man beispielhaft fragen: Was nutzt es, etwas als Stuhl zu bezeichnen, wenn man unter dem Begriff „Stuhl“ auch Sitzkissen, Ohrensessel, Parkbänke und der Kinderhochstuhl in einem Begriff zusammenfasst, damit keine Sitzgelegenheit sich ausgegrenzt fühlt, man aber im Gegenzug nicht mehr klar sag kann, ob man von einem Barhocker oder einem Fußschemel spricht? Konkret stehen dann sogar klare Begriffe wie „Mutter“ und „Vater“ plötzlich inhaltlich auf wackeligen Beinen, weil sich jene, die gerne eine „Mutterrolle“ hätten, selbst wenn sie Männer sind, durch die zwingende Weiblichkeit einer Mutter diskriminiert fühlen. Jeder soll jetzt Mutter sein dürfen, und sich auch so nennen dürfen – auch der Vater.
  4. Zum Vierten werden für offensichtliche und klare Bezeichnungen absichtlich neue und auch irreführende Begriffe erfunden, der Wunsch wiegt also höher als die Wahrheit, damit sich niemand durch Fakten diskriminiert fühlt. In diesem Geist darf die Frau nicht mehr Frau genannt werden, sie könnte sich ja als anderes Geschlecht fühlen, sie wird zum „Mensch, der weiblich gelesen wird“. Andere Worte werden umdefiniert, um jedem Menschen die Option offen zu lassen, dass er auch Teil des großen Ganzen sein könnte. In England wurde kürzlich die „Muttermilch“ amtlich zur „Menschenmilch“ geschlechtsneutralisiert, damit auch jene Menschen ein Kind sprachlich stillen können, die sich selbst vielleicht als Mann betrachten und gerne stillende Väter wären. Transfrauen müssen wahrheitswidrig als echte Frauen bezeichnet werden, auch wenn sie anatomische Männer sind.

Freiheit der Sprache
Es sind ja nicht wenige Bürger, die sich langsam fragen, was mit all den neuen Wortschöpfungen wohl gemeint sein soll, welchen ungeschrieben Gesetzen dies Gendern folgt und ob man das eigentlich mitmachen muss? Auf der Seite der Ratlosen stehen auch jene, die gerne so sprechen, wie sie ihre Muttersprache von der Wiege an gelernt haben. „Frei Schnauze“ sagte man früher, heute ist Sprache leider nicht mehr frei. Hier stehen also auch all die Verunsicherten, die nicht wissen, ob man „das noch so sagen darf“, ob man „das jetzt mitmachen muss“, oder auch nur jene, die sich fragen, was zur Hölle eigentlich eine „Person, die weiblich gelesen wird“ von einer ganz normalen Frau unterscheidet?

Das ist natürlich nicht logisch und deswegen nur schwer durchschaubar. Die Bemühungen Jener, die akribisch darauf achten, auf politisch korrekte Weise zu sprechen, führt zu Zensuren, Verboten und Sprachverkrümmungen, die nicht nur Sprachliebhabern und Germanisten den Schlaf rauben, sondern auch Bürger verunsichern, weil man nicht mehr weiß, wie Mann und natürlich auch Frau ohne in Fettnäpfchen zu treten, formulieren soll. Für all Jene ist dieses Buch!

Dies hier ist ein kleiner Führer durch den Gender-Sprach-Dschungel, der ultimative Duden „Gendern – Deutsch“, der niemals im Duden-Verlag erscheinen würde, da sich doch die Dudengesellschaft inzwischen dazu entschieden hat, ihre Reputation als Hüter der deutschen Sprache gegen eine bunte Zeitgeistmedaille einzutauschen. Dies ist jenes kleine Sprachlexikon, das dringender denn je nötig ist für Alle, die gerne verstehen wollen, was ihnen mit neuen Begriffen und Definitionen untergejubelt wird.

Auf den Kontext kommt es an
Der Leser, sicher auch die Leserin, aber unbedingt auch die „Inhaber*Innen“ exotischer Geschlechter sollten jedoch vorgewarnt werden: Dies Büchlein ist sicher nicht politisch korrekt, was man bereits an dem Wort „unterjubeln“ unmissverständlich merkt. Immerhin ist es explizit frei Schnauze formuliert. In klarem Deutsch umschreibt es das, was in modernem „Neusprech“ heute methodisch mit dem englischen Begriff „Framing“ versteckt werden soll. Angelehnt an das englische Wort „Frame“, zu Deutsch „Rahmen“. Framing meint, angelehnt an das englische Wort „Frame“, wie Rahmen, eine politische Strategie, Begriffe nicht einfach zu sagen, sondern gleich auch in einen bewussten Kontext zu setzen, damit sie so verstanden werden, wie es gewünscht ist, wenn Staat und Aktivisten zu normalen Bürgern sprechen und sie belehren, wie dies und jenes gendergerecht zu benennen und auszusprechen sei.

Das richtige „Wording“ im richtigen „Framing“ ist das A und O von Politik geworden, die den Bürger „mitnehmen“ soll. Übersetzt bedeutet dieser Satz: Politik muss einfach nur richtig verkauft werden, dafür müssen harmlose Begriffe (z.B. Partnerschaftliche Beziehungen) gefunden und in den richtigen Rahmen (z.B. positives Lebensmodell vor allem im Gegensatz zur traditionellen Rollenverteilung) gestellt werden, um dem naiven Bürger die wahre Absicht hinter dem Wort verborgen zu halten und ihm die Begriffe gleichzeitig als wünschenswertes Vorhaben, goldene Zukunft und unbedingtes Muss anzupreisen. Sprache prägt Bewusstsein, wer die Herrschaft über die Sprache der Menschen gewinnt, lenkt Gesellschaften um. Gendersprache bringt nicht Vielfalt, sondern raubt Differenzierung, Nuancen aber auch Tradition, Erinnerung und Deutlichkeit.

Klartext für Alle
Es erscheint zunehmend notwendig, dem durchschnittlichen, normalen Bürger eine Übersetzungshilfe an die Hand zu geben, um sich in jenen Begriffen zurecht zu finden, die sich formelhaft über die tatsächlich gesprochene Sprache gelegt haben. Man sollte sich immer im Klaren sein, „wenn ich die Gendersprache spreche, spreche ich die Sprache einer Ideologie!“, wie es der kanadische Psychologieprofessor und Bestsellerautor Jordan Peterson formulierte.

Vor Ihnen liegt ein Nachschlagewerk, das Sie dazu befähigen und dazu Mut machen soll, den Humor nicht zu verlieren und sich selbstbewusst sprachlichem Irrsinn querzustellen.

Dies Büchlein ist also für alle anderen. Für Jene, die ihre Muttersprache lieben und sie gerne behalten wollen. Jene, die einfach mit Normaldeutsch großgeworden sind und das auch weiterhin sprechen wollen, jedenfalls solange man noch „Muttersprache“ sagen darf, ohne am nächsten Gender-Pfahl gehängt zu werden.

Wenn Sie an dem Buch Interesse gefunden haben, können Sie es hier bestellen. Dort finden Sie auch ein Blick in das Buch.

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Eine kurze Einführung zum Thema Gender (Comic) auf Youtube.

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Dieter Nuhr beschäftig sich satirisch mit der Vielfalt der Geschlechter.
Die Generisten der Cis-Scum-Fraktion beschäftigen sich mitCis-Heterosexuellen der weißen alten Männer, die sie im SafeSpaceeinsperren wollen. Ein vergnüglicher Spaß eines Studenten.
Es war einmal einSternchen, das hieß Genda. Es hat in ihrem Leben viele Schrägstricheund Schnalzlaute, viele Innen-Bewegte kennengelernt…. Aber lesenSie selbst.

Die Aktion
AGENS initiierte den ersten Aufruf gegen die Gendersprache. In der ersten Woche konnten wir bereits 20.000 Unterzeichner gewinnen.